AfD auf Rekordhoch: CDU bricht vor Sachsen-Anhalt-Wahl ein
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AfD auf Rekordhoch: CDU bricht vor Sachsen-Anhalt-Wahl ein

Im ZDF-Politbarometer und bei YouGov verzeichnet die AfD neue Rekordwerte: 27 bis 28 Prozent, fünf bis acht Punkte vor der CDU/CSU. Die Unionspartei fiel in beiden Umfragen auf historische Tiefstwerte, zwei Wochen vor der Sachsen-Anhalt-Wahl.

Quellen (10)
  1. ZDF Presseportal: Politbarometer August 2026presseportal.zdf.de
  2. YouGov Sonntagsfrage August 2026yougov.com
  3. t-online: AfD erreicht Rekordhocht-online.de
  4. t-online: YouGov AfD baut Vorsprung aust-online.de
  5. Tagesspiegel: Sechs Prozentpunkte vor Uniontagesspiegel.de
  6. Berliner Sonntagsblatt: Politbarometer AfD klar vornberliner-sonntagsblatt.de
  7. fuldainfo.de: Politbarometer Grüne legen zufuldainfo.de
  8. t-online: Merz baut Regierung umt-online.de
  9. Weser-Kurier: Verpatzte Kabinettsumbildungweser-kurier.de
  10. Landtag Sachsen-Anhalt: Landtagswahl am 6. September 2026landtag.sachsen-anhalt.de
22. August 2026, 22:11 Uhr820 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Die CDU/CSU liegt im ZDF-Politbarometer nur noch bei 22 Prozent, das schwächste Ergebnis des Koalitionspartners seit Beginn der Merz-Regierung im Mai 2025. YouGov, das vom 14. bis 17. August befragte, kommt sogar auf 20 Prozent. In beiden Umfragen baut die AfD ihren Abstand zur Union auf einen Rekordwert aus: fünf Punkte im ZDF-Politbarometer, acht Punkte laut YouGov. In zwei Wochen wählt Sachsen-Anhalt.

Was die Umfragen im August zeigen

Das ZDF-Politbarometer wurde vom 17. bis 19. August 2026 erhoben. 1.319 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte wurden befragt. Das Ergebnis der Sonntagsfrage: AfD 27 Prozent, CDU/CSU 22 Prozent, Grüne 14 Prozent, SPD 12 Prozent, Linke 12 Prozent, FDP 4 Prozent. Die Großen Koalitionspartner kämen zusammen auf 34 Prozent, weit unter einer Parlamentsmehrheit.

YouGov, das vom 14. bis 17. August befragte, kommt zu ähnlichen Werten: AfD 28 Prozent, CDU/CSU 20 Prozent, Grüne 15 Prozent, SPD 12 Prozent. CDU und SPD kämen hier gemeinsam auf 32 Prozent. Bemerkenswert: Die Grünen erreichen bei YouGov mit 15 Prozent den höchsten Wert seit Januar 2025, als noch Oppositionspartei profitieren sie von der wachsenden Unzufriedenheit mit der Koalition.

Ein Detail aus dem ZDF-Politbarometer, das die Messung der Parteisympathien betrifft: In dieser Kategorie stehen AfD, CDU/CSU und Grüne alle bei 21 Prozent gleichauf. Das signalisiert, dass die AfD in der Sympathiewertung zwar nicht mehr das Alleinstellungsmerkmal besitzt, als Wahlentscheidung aber weit vorne liegt.

Warum die CDU weiter verliert

Im Juni-Politbarometer, dem bisher schlechtesten für die Union in dieser Regierungszeit, lag die CDU/CSU bei 25 Prozent. Seitdem sind in zwei Monaten drei weitere Punkte gefallen. Der Ausgangspunkt für diesen Rückgang: die Kabinettsumbildung vom 24. Juli 2026. Kanzler Merz berief Nina Warken zur Kanzleramtschefin und Carsten Linnemann zum Gesundheitsminister, eine Neuaufstellung, die auf dem Papier vernünftig klang, politisch aber schlecht gehandhabt wurde.

Wie das Institut für Demoskopie Allensbach immer wieder bestätigt: Für Vertrauen in eine Regierung ist nicht nur die Richtung der Entscheidungen entscheidend, sondern auch der Stil. Staatssekretär Tino Sorge, der bei der Umbildung seinen Posten verlor, erfuhr nach eigenen Angaben von der Entscheidung nicht direkt vom Kanzler. Weser-Kurier und andere Medien beschrieben die Umbildung als "verpatzt"; mehrere CDU-Regionalverbände zeigten sich verärgert über die Personalentscheidungen.

Zum Bild einer Partei unter Druck gehört auch die Affäre in Sachsen-Anhalt: CDU-Bürgermeister Bernd Prange, 34 Jahre CDU-Mitglied, spendete 10.000 Euro an die AfD und empfahl deren Wahl. Die CDU drohte mit einem Parteiausschlussverfahren. Prange sagte: Er wolle genau das. Der Fall steht symbolisch für die Identitätskrise der CDU im Osten: Teile ihrer eigenen Wählerschaft und Funktionäre sehen die AfD inzwischen als näherliegende Alternative.

Die Koalitionsarithmetik als Reformbremse

Die CDU/CSU steht vor einer Rechenaufgabe, die in den nächsten Monaten immer schwerer zu lösen ist: Die regierende Koalition aus CDU/CSU und SPD kommt nach keiner der beiden Umfragen auch nur annähernd auf eine Mehrheit. Sie bräuchte mindestens die Grünen. CDU, SPD und Grüne kämen zusammen im Politbarometer auf 48 Prozent, bei YouGov auf 47 Prozent, in beiden Fällen rechnerisch knapp über der theoretischen Mehrheitsgrenze.

Die AfD als Koalitionspartner auf Bundesebene schließt CDU-Chef Friedrich Merz aus. Gleichwohl wächst der Druck von der Basis: Zwei Drittel der Deutschen wollen nach einer YouGov-Umfrage keine AfD-Regierung in den ostdeutschen Bundesländern, doch in denselben Ländern führt die AfD haushoch in den Umfragen. Die knappe demokratische Mehrheit gegen eine AfD-Regierung deckt sich nicht mit dem Wahlergebnis, das eine solche verhindern müsste.

Das ZDF-Politbarometer zeigt zudem, dass 75 Prozent der Deutschen die Rente mit 63 erhalten wollen. Die Koalition verhandelt über genau dieses Thema: Ein Abtasten, bei dem weder CDU noch SPD klare Festlegungen treffen, weil beide fürchten, eine sensible Wählergruppe zu verlieren.

Sechs September: Sachsen-Anhalt als erster Test

Am 6. September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Es ist die erste größere Wahl seit der Kabinettsumbildung und dem weiteren Rückgang der Bundesumfragen. In Sachsen-Anhalt führt die AfD in den Landesumfragen; ob die CDU unter Ministerpräsident Sven Schulze die Regierung verteidigen kann, hängt auch davon ab, wie das Prange-Debakel und die Bundesergebnisse auf die Landespolitik ausstrahlen.

Für Merz ist Sachsen-Anhalt ein früher Stimmungstest. Verliert die CDU dort erheblich gegenüber der Wahl 2021, wird die innerparteiliche Kritik an Führungsstil und Kurs lauter werden, obwohl die Bundestagswahl erst 2029 ansteht. In dem Maß, in dem die AfD Stimmen aufnimmt, die früher CDU waren, verengt sich der Korridor, in dem Merz regieren kann, ohne entweder die Mitte oder den rechten Rand zu verlieren.

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