Hohes Venn brennt: Monschau bereitet Evakuierungen vor
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Hohes Venn brennt: Monschau bereitet Evakuierungen vor

Im belgischen Hohen Venn brennen 1.600 Hektar Moor und Wald, der größte Waldbrand in der Geschichte Belgiens. Belgien hat den europäischen Katastrophenschutzmechanismus ausgelöst, die Stadt Monschau bittet Anwohner mehrerer Siedlungen, sich auf eine Evakuierung vorzubereiten.

Quellen (31)
  1. Xinhua: Wildfire burns about 1,600 hectares in Belgium, EU supportenglish.news.cn
  2. T-online: Neues Feuer nähert sich aus Belgien – Monschau bereitet Evakuierung vort-online.de
  3. T-online: Brand im Hohen Venn: Monschau bereitet Evakuierungen vort-online.de
  4. Tageblatt.lu: 1600 Hektar Wald – Waldbrand im belgischen Hohen Venn breitet sich austageblatt.lu
  5. Aachener Zeitung Liveblog: Feuer im Hohen Vennaachener-zeitung.de
  6. Tagesspiegel: Monschau bereitet sich wegen Brand im Hohen Venn auf Evakuierungen vortagesspiegel.de
  7. Handelsblatt: Brand in Belgien – Monschau bereitet Evakuierungen vorhandelsblatt.com
  8. Rhein-Neckar-Zeitung: Brand im Hohen Vennrnz.de
  9. Tagesspiegel: Bewohner kehren nach Waldbrand in Hürtgenwald zurücktagesspiegel.de
  10. Deutschlandfunk: Bundeswehr im Einsatz gegen Feuer im Hürtgenwalddeutschlandfunk.de
  11. ZEIT Online: Hürtgenwald – Wetterdienst rechnet nicht mit Regenzeit.de
  12. T-Online: Weitere Evakuierungen in Monschau vorbereitett-online.de
  13. Wikipedia: Großbrand im Hohen Venn 2026de.wikipedia.org
  14. ZDF: Feuerwehr gibt Entwarnung für Monschauzdfheute.de
  15. Aachener Zeitung: Gefahrenlage in Monschau entspannt sichaachener-zeitung.de
  16. ZEIT Online: Hitze Europa Waldbrand Livezeit.de
  17. SZ: NRW Waldbrand Hürtgenwald Monschau Eifel Belgiensueddeutsche.de
  18. tagesschau: Belgien Waldbrand Hohes Venntagesschau.de
  19. Die Welt: Grenzstadt bereitet Evakuierungen vorwelt.de
  20. ZDF: Feuerwehr gibt Entwarnung für Monschau, Belgien kämpft weiterzdfheute.de
  21. Abendzeitung: Stadt Monschau aktuell keine Evakuierung geplantabendzeitung-muenchen.de
  22. Deutschlandfunk: Brand im Hohen Venn teilweise unter Kontrolledeutschlandfunk.de
  23. ZEIT Online: Waldbrände NRW Hürtgenwald Belgien Monschauzeit.de
  24. ZEIT Online: Evakuierung Westerwald aufgehobenzeit.de
  25. t-online: Häuser sind zu verlassen — Evakuierung bei Monschau angeordnett-online.de
  26. Tagesspiegel: Evakuierung bei Monschau angeordnet — vorsichtige Entwarnungtagesspiegel.de
  27. ZEIT Online: Bundeswehr hilft in Belgien gegen Waldbrandzeit.de
  28. NW.de (Lage unberechenbar)nw.de
  29. ZDF Liveblogzdfheute.de
  30. Deutschlandfunk (SPD Brandstiftung)deutschlandfunk.de
  31. Stadt Monschaumonschau.de
16. August 2026, 0:41 Uhr1435 Wörter · 8 Min. Lesezeit

Jahrtausende haben die Hochmoore im Hohen Venn als natürliche Brandbarriere gewirkt, wassergesättigt und kaum entzündbar. Seit Freitagnachmittag stehen 1.600 Hektar dieser Moorlandschaft in Belgien in Flammen, der größte Waldbrand in der Geschichte des Landes. Belgien hat den europäischen Katastrophenschutzmechanismus aktiviert, die Stadt Monschau bereitet in Deutschland Evakuierungen vor.

Ein Torfbrand hat andere Regeln

Das Hohe Venn ist kein gewöhnliches Waldgebiet. Das Hochmoor an der deutschen Grenze bildet zusammen mit der nordeifelischen Seite den grenzüberschreitenden Naturpark Hohes Venn-Eifel, eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Mitteleuropas. Über Jahrtausende hat das Moor Kohlenstoff gebunden. Wenn Torf brennt, gibt er diesen CO₂-Speicher schlagartig frei, was einen Moorbrand ökologisch weit folgenreicher macht als einen vergleichbaren Waldbrand in trockenem Nadelholz.

Was das Feuer darüber hinaus gefährlicher macht: Torf kann auch nach dem sichtbaren Erlöschen noch unterirdisch weiterglimmen. Regen löscht einen Moorbrand nicht automatisch. Erst wenn der Boden vollständig durchfeuchtet ist, endet die Brandgefahr. Das kann Wochen dauern.

Der Brand brach Freitagnachmittag in einem zunächst kleinen Areal aus. Innerhalb der folgenden Nacht dehnte er sich mit einer Geschwindigkeit von fünf bis zehn Kilometern pro Stunde aus. Bis Samstagnachmittag hatten die Flammen 1.600 Hektar erfasst, eine Fläche, die mehr als 2.200 Fußballfeldern entspricht. Belgiens Innenminister Bernard Quintin meldete am Samstagnachmittag, die Ausbreitung verlangsame sich. Das Feuer sei aber weiterhin außer Kontrolle. Alle Wege und Wanderpfade im Hohen Venn sind gesperrt.

Monschau und die Grenzgemeinden in Alarmbereitschaft

Auf belgischer Seite ordneten die Behörden die Evakuierung der Ortschaften Küchelscheid und Leykaul an. Für Sourbrodt und zwei Weiler der Gemeinde Bütgenbach galt am Samstag eine Vorbereitungsmeldung: Die Einwohner sollten zu Hause bleiben, sich aber auf einen Räumungsaufruf vorbereiten. Insgesamt waren nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga rund 600 Menschen von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen.

Auf der deutschen Seite bat die Stadt Monschau die Anwohner der Siedlungen Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg, sich auf eine mögliche Evakuierung einzustellen. Notunterkünfte wurden eingerichtet. Ein Evakuierungsbefehl lag am Samstagnachmittag noch nicht vor. Die Brandfront näherte sich nach Angaben der Aachener Zeitung zeitweise bis auf wenige Kilometer der deutsch-belgischen Grenze.

Europäische Verstärkung trifft ein

Belgien hat den europäischen Katastrophenschutzmechanismus ausgelöst, ein EU-Koordinationsinstrument, das im Katastrophenfall Ressourcen aus anderen Mitgliedstaaten mobilisiert.

Zwei Hubschrauber aus den Niederlanden waren am Samstag bereits im Einsatz. Für Sonntag wurden zwei weitere Löschflugzeuge aus der EU-Flotte angekündigt. Das belgische Militär stellte drei Panther-Löschfahrzeuge und drei Hubschrauber ab. Die Gesamtkapazität der Löschkräfte erhöht sich damit ab Sonntag spürbar.

Zum Vergleich: Im Hürtgenwald, dem 300-Hektar-Brand im Kreis Düren, der seit Donnerstag brennt und mit rund 1.400 Einsatzkräften bekämpft wird, konnten die Bewohner des evakuierten Ortsteils Gey am Samstagnachmittag in ihre Häuser zurückkehren. Das Feuer dort gilt als das bisher größte in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. Der Hürtgenwald liegt rund 20 Kilometer östlich des Hohen Venns.

Zwei Feuer, ein trockener Sommer

Dass Hürtgenwald und Hohes Venn gleichzeitig brennen, zeigt das strukturelle Problem eines Sommers, in dem der Deutsche Wetterdienst für weite Teile der Eifel seit Wochen die höchste Waldbrandwarnstufe aufrechterhält. Für die kommenden Tage sind keine nennenswerten Niederschläge angekündigt.

Das Hohe Venn ist dabei ein besonderer Fall. Das Hochmoor war über Jahrtausende von Natur aus feuerhemmend, weil wassergesättigter Torf kaum entzündbar ist. Jahrzehnte der Trockenheit haben diese natürliche Brandbarriere geschwächt. Der Naturschutzbund NABU hat wiederholt gewarnt, dass Hochmoore ohne aktive Wiedervernässung ihre Funktion als CO₂-Speicher und Brandschutz verlieren. Ein Moorbrand dieser Größenordnung im Hohen Venn war vor zwei bis drei Jahrzehnten in dieser Region kaum vorstellbar.

Auf europäischer Ebene laufen weitere Löschoperationen: In Kroatien hat eine Hitzewelle mehrere Waldbrände an der Dalmatinischen Küste ausgelöst. Frankreich kämpft im August mit anhaltender Dürre im Südwesten.

Löschflugzeuge ab Sonntag, dann der Wind entscheidet

Mit dem Eintreffen der EU-Löschflugzeuge am Sonntag verbessert sich die Lage der Feuerwehren. Ob Monschau tatsächlich vollständig evakuiert werden muss, hängt maßgeblich von der Windrichtung der nächsten Stunden ab. Belgiens Innenminister Quintin zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass die Ausbreitung gebremst werden kann.

Selbst wenn das Feuer vollständig gelöscht wird, ist die ökologische Rechnung noch nicht beglichen. Das Hohe Venn benötigt nach einem Torfbrand dieser Größenordnung Jahrzehnte zur Regeneration. Moorflächen, die einmal ausgetrocknet sind, verlieren ihre natürliche Fähigkeit zur Wasserretention und werden anfälliger für künftige Brände. Das ist die eigentliche Langzeitkonsequenz dieses Augustwochenendes.

Update 16. August, 07:09 Uhr: Der Waldbrand im Hohen Venn hat sich bis zum frühen Sonntagmorgen auf mehr als 2.700 Hektar ausgedehnt. Die Brandfront steht jetzt nur noch drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt Monschau hat die Einwohner der Ortsteile Kalterherberg, Plattevenn und Leyloch aufgefordert, ihre Häuser bis 10 Uhr zu verlassen. Rund 5.000 Menschen sind von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen. Belgien hat zusätzlich die Evakuierung der Gemeinden Sourbrodt und Bütgenbach angeordnet.

Update 16. August, 13:00 Uhr: Die Lage um Monschau entspannt sich vorerst deutlich. Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp Krüger gab am Sonntagmittag bekannt: „Wir fahren zurück.” Der Wind hat nachgelassen und die Richtung gedreht, was die Ausbreitung des Brandes verlangsamt. Die Brandfront steht 1,8 Kilometer vor den ersten deutschen Häusern, die Stadt Monschau rechnet in der aktuellen Lage nicht mehr mit einem Übergreifen auf deutsches Gebiet. Von rund 90 deutschen Einsatzkräften wurden bereits 70 abgezogen, 20 bleiben in Reserve bereit. Der Brand hat sich auf rund 3.000 Hektar ausgedehnt. Der Waldbrand im Hürtgenwald gilt inzwischen als unter Kontrolle.

Update 17. August, 00:05 Uhr: Für Monschau gilt vorerst Entwarnung: Die Stadt bestätigte am Sonntagabend, dass aktuell keine Evakuierung geplant ist. Auf belgischer Seite dauern die Löscharbeiten jedoch an. Einsatzzonenkommandant Francis Cloth gab bekannt, das Feuer breche weiterhin eine Stopplinie nach der anderen; der Brand kämpft sich durch das wassergesättigte Moorgelände auf einer Gesamtfläche von rund 3.200 Hektar. EU-Löschflugzeuge sind seit Sonntagmittag im Einsatz. Die unmittelbar bedrohliche Lage für die deutschen Ortschaften hat sich damit vorerst aufgelöst, wenngleich die Gefahr eines erneuten Übergreifens bei Windveränderung bestehen bleibt.

Update 17. August, 06:00 Uhr: Belgiens Innenminister Bernard Quintin hat bestätigt, dass der Brand im Hohen Venn offiziell unter Kontrolle gebracht worden ist. Das Feuer hat nach vorläufigen Angaben rund 3.000 Hektar Moorlandschaft vernichtet und gilt damit als der größte jemals in Belgien dokumentierte Waldbrand. Im Westerwald wurde zudem die Evakuierung einer Gemeinde östlich von Bonn aufgehoben, nachdem das dortige Feuer ebenfalls eingedämmt werden konnte.

Update 17. August, 07:05 Uhr: In der Nacht auf Montag ordnete die Stadt Monschau die Evakuierung der Ortsteile Ruitzhof und Geisberg an. Rund 30 Bewohner in 17 Häusern verließen ihre Häuser gegen 22 Uhr. Die Flammen standen nach Angaben von Feuerwehrsprecher Tobias Schell etwa 300 Meter vor den evakuierten Gebäuden. Am Montagmorgen entspannte sich die Lage: Das Feuer rückte nicht weiter vor, der Tagesspiegel meldete eine vorsichtige Entwarnung für die Eifelstadt. Gleichzeitig kündigte die Bundeswehr den Einsatz zweier Transporthubschrauber vom Typ NH-90 mit Löschwasserbehältern an, die auf der belgischen Seite eingesetzt werden; der Einsatz ist zunächst für sieben Tage geplant.

Update 17. August, 21:30 Uhr: Leichter Regen hat am Montagnachmittag und -abend für erste Entspannung im Hohen Venn gesorgt. Das ZDF berichtete von nachlassendem Wind und erhöhter Luftfeuchtigkeit, die den Löschkräften die Arbeit erleichtern. Das Feuer rückt nach aktuellen Meldungen nicht weiter auf deutsches Gebiet vor. Die Evakuierungen der Ortsteile Ruitzhof und Geisberg dauern nach Angaben der Stadt Monschau weiter an, bis die Lage vollständig stabilisiert ist. Auf belgischer Seite laufen die Löscharbeiten fort; der Brand hat eine Fläche von rund 3.000 Hektar erfasst und gilt als größter jemals in Belgien verzeichneter Waldbrand.

Update 18. August, 03:00 Uhr: Leichter Regen, nachlassender Wind und feuchte Luft haben die Lage im Hohen Venn in der Nacht zum Dienstag weiter stabilisiert. Laut Aachener Zeitung können die Einsatzkräfte die Brandlinie halten, das Feuer breitet sich nicht weiter aus. Die Feuerwehr gab für Monschau Entwarnung: Ein erneutes Übergreifen auf deutsches Gebiet wird von den Behörden nicht mehr erwartet. Evakuiert bleiben die Ortsteile Ruitzhof und Geisberg nach Angaben der Stadt Monschau vorerst, bis die Lage vollständig stabilisiert ist. Für den weiteren Dienstagverlauf wird stärkerer Regen erwartet, der den Löschkräften die Arbeit weiter erleichtern soll.

Update 18. August, 18:00 Uhr: Trotz der nächtlichen Entwarnung bleibt die Lage im Hohen Venn nach Angaben der Einsatzkräfte „unberechenbar“. Die Brandlinie steht etwa 2,3 Kilometer vor der deutschen Grenze. Am Dienstagnachmittag wurde ein Wanderparkplatz in Kalterherberg aus Sicherheitsgründen geräumt. Die rund 30 Bewohner der evakuierten Ortsteile Ruitzhof und Geisberg haben weiterhin keine Rückkehrgenehmigung erhalten. Gesundheitsbehörden warnen vor möglichen Schadstoffbelastungen durch Brandrauch in Monschau, Roetgen und Simmerath: Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten und Lüftungsanlagen abschalten. Im Kontext der anhaltenden Waldbrandsaison fordert SPD-Parlamentsgeschäftsführer Wiese zudem eine Verschärfung des Strafrechts bei Brandstiftung.

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