WM 2026: Portugal gegen Spanien, England im Azteka
Marokko und Frankreich stehen als erste Teams im Viertelfinale der WM 2026. Sechs der acht Plätze werden bis zum 7. Juli vergeben. Das neue Turnier mit 48 statt 32 Teams bringt Partien, die früher erst im Viertelfinale möglich gewesen wären: Portugal trifft am 6. Juli in Dallas auf Spanien, England spielt erstmals seit vierzig Jahren im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt.
28. Juni bis 3. Juli: Das neue Sechzehntelfinale
Die WM 2026 hat eine zusätzliche K.-o.-Runde: das Sechzehntelfinale, in dem 32 Teams um 16 Plätze im Achtelfinale spielen. 16 Spiele, verteilt auf sechs Tage. Für Deutschland endete das Turnier hier am 29. Juni in Foxborough bei Boston. Julio Enciso traf für Paraguay in der 42. Minute, Kai Havertz glich in der 54. Minute aus. Nach Verlängerung und Elfmeterschießen stand es 4:3 für Paraguay. Torwart Orlando Gill parierte die Schüsse von Havertz und Niclas Woltemade. Für Deutschland ist es das dritte WM-Debakel in Folge nach den Vorrundenniederlagen 2018 und 2022.
Die anderen 15 Sechzehntelfinale-Spiele entschieden das Achtelfinale-Feld: Marokko eliminierte die Niederlande im Elfmeterschießen, Spanien schlug Österreich 3:0, Portugal bezwang Kroatien 2:1. Cristiano Ronaldo traf dabei in der 68. Minute per Elfmeter für sein erstes Tor in einem WM-K.-o.-Spiel überhaupt. Nach 29 erfolglosen Versuchen in acht K.-o.-Partien ist er mit 41 Jahren der älteste Torschütze in der Geschichte der WM-K.-o.-Runde. Auf der Gegenseite spielte Luka Modrić bis zur 78. Minute, mit 40 Jahren der zweite Feldspieler über 40 in einem WM-K.-o.-Duell.
4. Juli: Marokko und Frankreich als erste Viertelfinalteilnehmer
Marokko eröffnete das Achtelfinale mit einem klaren 3:0 gegen Kanada im NRG Stadium in Houston. Azzedine Ounahi traf in der 50. und 82. Minute, Soufiane Rahimi erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:0. Marokko hatte 2022 als erstes afrikanisches Team das WM-Halbfinale erreicht. Das Team um Ounahi, der für den FC Girona spielt, zeigt, dass dieser Erfolg keine Einmalerscheinung war.
Frankreich folgte am Abend desselben Tages: 1:0 gegen Paraguay durch einen Elfmeter von Kylian Mbappé in der 70. Minute in Philadelphia. Dasselbe Paraguay, das vier Tage zuvor Deutschland aus dem Turnier geworfen hatte, scheiterte an der Équipe Tricolore ohne Gegenchance. Mbappé ist der einzige Torschütze Frankreichs in diesem Turnier bisher, mit drei Treffern.
5. bis 6. Juli: Das iberische Derby und der Azteka-Test
Am 5. Juli trifft Brasilien in New York auf Norwegen. Am 6. Juli kommen die beiden schwierigsten Begegnungen des Achtelfinales: Portugal gegen Spanien im AT&T Stadium in Arlington, Texas und England gegen Mexiko im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt.
Spanien ist das formstärkste Team des Turniers: kein Gegentor in vier Spielen, 3:0 gegen Österreich, Topscorer Mikel Oyarzabal mit vier Toren, Lamine Yamal als bester Vorbereiter. Portugal ist dagegen auf Ronaldo angewiesen. Gegen Kroatien erzielte Gonçalo Ramos das Siegtor in der Nachspielzeit. Das iberische Derby im Sechzehntelfinale wäre im alten 32er-Format erst im Viertelfinale möglich gewesen.
England spielt im Aztekenstadion auf 2.240 Metern Höhe gegen Mexiko. Trainer Thomas Tuchel sagte zur Höhenlage: „Es ist ein klarer Nachteil, weil man sich in vier Tagen nicht anpassen kann. Das ist schlicht unmöglich.” Mexiko hat in 89 Pflichtspielen im Azteka nur zweimal verloren, zuletzt 22 Heimspiele in Folge ungeschlagen. England war zuletzt 1986 dort, im Viertelfinale gegen Argentinien, das Diego Maradona mit der Hand ins Tor und dann mit einem Solotor entschied.
Ab dem 9. Juli: Wer auf Marokko und Frankreich trifft
Am 7. Juli spielen die USA gegen Belgien, Argentinien gegen Ägypten und die Schweiz gegen Kolumbien. Titelverteidiger Argentinien trifft auf ein Ägypten, das im Sechzehntelfinale zum ersten Mal in seiner Geschichte ein WM-K.-o.-Spiel gewann: 4:2 im Elfmeterschießen gegen Australien. Mohamed Salah gegen Lionel Messi ist das Duell, das sich das Turnier ausgedacht hat.
Das Viertelfinale beginnt am 9. Juli in Boston, Los Angeles, Miami und Kansas City. Marokko und Frankreich sind bereits qualifiziert. Die sechs Achtelfinale-Spiele bis zum 7. Juli entscheiden die restlichen Paarungen. Ein iberischer Sieger aus Portugal-Spanien, einer aus England-Mexiko, dazu der Ausgang der Duelle aus Südamerika und Nordafrika. Das 48er-Format produziert dabei Begegnungen, die frühere Turniere nie früh genug zugelassen hätten.
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