Brasilien 2:1 Japan: Martinelli erlöst die Selecão
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Brasilien 2:1 Japan: Martinelli erlöst die Selecão

Gabriel Martinelli trifft in der 95. Spielminute und bewahrt Brasilien vor dem Ausscheiden. Japan, angeführt vom Mainzer Bundesligaspieler Kaishu Sano, lag lange verdient in Führung.

29. Juni 2026, 22:41 Uhr 712 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Kaishu Sano trifft für gewöhnlich für den FSV Mainz 05 in der Bundesliga. In Houston erzielte der 25-jährige Japaner in der 29. Minute das 1:0 gegen Brasilien und brachte den fünffachen Weltmeister fast 70 Minuten lang an den Rand des Ausscheidens. Erst Gabriel Martinellis Treffer in der 90.+5. Minute rettete die Selecão und offenbarte dabei, was an dieser Mannschaft noch fehlt.

Japans erste Hälfte und der Mainzer, den niemand erwartete

Japan gilt bei der WM 2026 als technisch sauberes und taktisch diszipliniertes Team, das in den letzten Jahren mehrere Topmannschaften aus Europa und Südamerika überrascht hat. Im Sechzehntelfinale in Houston traf die Mannschaft auf Brasilien, den fünffachen Weltmeister und einen der Mitfavoriten auf den Titel. Die Erwartungshaltung war klar: Ein komfortabler Sieg für die Selecão, möglicherweise ein weiterer Auftritt von Neymar als Joker.

Stattdessen übernahm Japan das Spiel. In der 29. Minute war es Kaishu Sano, 25 Jahre alt und Mittelfeldspieler beim FSV Mainz 05 in der Bundesliga, der den Bann brach. Er eroberte den Ball an der Mittellinie, lief in den entstehenden Raum, ließ Casemiro stehen, brachte sich 20 Meter vor dem Tor in die Schussposition und schoss flach ins lange Eck. Es war sein erstes Tor in einem Länderspiel. Zur Halbzeit führte Japan 1:0 und hatte diesen Vorsprung verdient.

Die erste Hälfte zeigte eine japanische Mannschaft, die Brasiliens Spielaufbau mit konsequentem Pressing störte. Vinícius Júnior und die Offensivspieler kamen nicht in ihre gewohnten Räume. Carlo Ancelotti beließ es beim eingestellten Plan, ohne Wirkung. Erst in der Halbzeitpause änderte sich das.

Ancelottis Eingriff in der Pause

Der Trainer nahm Lucas Paquetá vom Feld und brachte Endrick, das 19-jährige Sturmtalent und jüngste Mitglied im Kader. Die Entscheidung veränderte das Spiel: Brasilien agierte direkter, suchte mehr die Tiefe und verzichtete auf das horizontale Kombinationsspiel das Japan in der ersten Hälfte leicht gestört hatte.

In der 56. Minute fiel der Ausgleich. Eine scharfe Flanke von der linken Seite fand Casemiro, den 34-jährigen Mittelfeldspieler und defensiven Anker der Mannschaft. Der Kopfball war präzise und wuchtig: 1:1. Brasilien war zurück im Spiel und das Stadion in Houston atmete auf.

Rayan, Guimarães, Martinelli: Drei Pässe zum Sieg

Die zweite Hälfte wurde zu einem offenen Schlagabtausch. Japan brauchte kein eigenes Tor mehr für die Verlängerung, Brasilien musste unbedingt treffen. Beide Mannschaften hatten Möglichkeiten, keine davon war zwingend. Je mehr Zeit verging, desto nervöser wurden die brasilianischen Ränge.

In der fünften Minute der Nachspielzeit entschied eine kurze Kombinationsfolge das Spiel. Rayan schickte Bruno Guimarães in den Strafraum, der feinfüßig auf Gabriel Martinelli durchsteckte. Martinellis Abschluss saß: 2:1 in der 90.+5 Minute. Brasilianische Freudenszenen auf den Tribünen, im japanischen Lager Stille.

Was Brasiliens Zittersieg über Japan verändert

Brasilien steht im Achtelfinale. Soweit das Pflichtprogramm. Aber wie die Selecão es dahin geschafft hat, ist eine andere Geschichte als noch in der Gruppenphase.

Beim 3:0 gegen Schottland sah Brasilien souverän aus. Vinícius Júnior traf zweimal, in der 7. und in der 45.+3 Minute, Matheus Cunha erhöhte auf 3:0. Das emotionale Bild war Neymar: In der 76. Minute wurde er nach mehr als zweieinhalb Jahren Verletzungspause eingewechselt und spielte seine ersten WM-Minuten seit 2022. Weinend, küssend, überglücklich. Brasilien schien in Form.

Gegen Japan war das nicht dasselbe Team. Kaishu Sano, der in Deutschland vielen Fans durch seine Bundesligaspiele bei Mainz bekannt ist, brachte Japan in Führung und ließ Brasiliens Abwehr über eine Stunde lang auf Antworten warten. Ancelotti musste in der Halbzeit eingreifen. Das Siegtor fiel in der Nachspielzeit durch einen Spieler, der nicht zur ersten Elf gehört.

Das ist die Information, die Brasiliens Achtelfinalgegner aus diesem Spiel mitnehmen wird: Diese Mannschaft ist zu überraschen. Ein kompaktes Defensivbollwerk, ein früher Treffer und Entschlossenheit beim Kontern, das kann auch gegen Brasilien funktionieren. Die Frage, ob Neymar die Jokerrolle verwaltet oder eine echte Führungsrolle übernimmt, hat Ancelotti noch nicht beantwortet. Am 5. Juli trifft Brasilien im Achtelfinale auf den Sieger der Partie zwischen der Elfenbeinküste und Norwegen. Brasilien braucht dann eine deutlich überzeugendere Leistung als gegen Japan.

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