WM 2026: Messi, Mbappé und Haaland im Viertelfinale
Heute Abend beginnt das WM-Viertelfinale mit Frankreich gegen Marokko in Boston, der Neuauflage des Halbfinales von 2022. Zum ersten Mal in der Geschichte einer Weltmeisterschaft stehen Lionel Messi, Kylian Mbappé und Erling Haaland gleichzeitig im Viertelfinale, alle drei als Torschützenkandidaten: Messi führt die Liste mit acht Treffern an, Mbappé und Haaland kommen je auf sieben. Das Achtelfinale hat alle drei Gastgebernationen ausgeschieden.
Das Achtelfinale und seine vier Wendungen
Das Achtelfinale der WM 2026 hat in acht Spielen vier Ergebnisse produziert, die das Teilnehmerfeld radikal verändert haben.
Norwegen schlug Brasilien 2:1 und steht damit zum ersten Mal in seiner Geschichte im Viertelfinale einer Weltmeisterschaft. Bis zur 80. Minute verlief das Spiel nach dem Muster einer typischen K.-o.-Niederlage: 0:0, Brasilien mit Ballbesitz, Norwegen ohne klare Chance. Dann erzielte Erling Haaland das 1:0 mit einem Flachschuss aus halblinker Position. In der 90. Minute schoss er nach einem Zuspiel von Andreas Schjelderup mit 126 Kilometern pro Stunde das 2:0 flach ins lange Eck. Brasiliens Anschlusstreffer kurz danach in der Nachspielzeit änderte nichts mehr.
Belgien schlug Gastgeber USA 4:1 in Seattle. Charles De Ketelaere traf zweimal, Romelu Lukaku und Hans Vanaken ergänzten. US-Stürmer Folarin Balogun, dessen Sperre die FIFA-Disziplinarkommission nach öffentlicher Einflussnahme von US-Präsident Donald Trump zur Bewährung ausgesetzt hatte, blieb wirkungslos. Mit dem Ausscheiden der USA sind alle drei Mitgastgeber des Turniers eliminiert: Kanada, Mexiko und nun auch die USA.
Spanien schlug Portugal 1:0 durch ein Jokertor in der 91. Minute. Der eingewechselte Mikel Merino schob nach einem Zuspiel von Ferran Torres freistehend ein. Das Tor beendete Cristiano Ronaldos WM-Karriere. Der 41-Jährige stand in seiner letzten Viertelstunde auf dem Platz, ohne sich nachhaltig in Szene setzen zu können.
England gewann 3:2 im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, trotz roter Karte gegen Jarell Quansah. Jude Bellingham traf in der 36. und 38. Minute, Harry Kane erhöhte nach der Pause auf 3:1. Mexiko verkürzte zweimal, England brachte das Ergebnis mit zehn Spielern ins Ziel. Es war das erste WM-Spiel Englands im Aztekenstadion seit dem Viertelfinale 1986, als Diego Maradona mit der Hand und mit einem Solotor entschied.
Drei Scorer, ein mögliches Halbfinalduell
Die Torschützenliste der WM 2026 versammelt drei der besten Angreifer ihrer Generation nebeneinander. Lionel Messi führt mit acht Treffern aus sechs Spielen, Kylian Mbappé und Erling Haaland kommen je auf sieben. Harry Kane liegt mit sechs Toren dahinter, gefolgt von Jude Bellingham mit vier.
Dass alle drei gleichzeitig im Viertelfinale stehen, hat es in der Geschichte der Weltmeisterschaften noch nicht gegeben. Wenn Frankreich Marokko und Argentinien die Schweiz schlagen, treffen Messi und Mbappé am 15. Juli im Halbfinale aufeinander. Es wäre das zweite direkte Duell nach dem WM-Finale von 2022 in Katar, das Argentinien erst im Elfmeterschießen gewann.
Haaland hat Norwegen ins erste WM-Viertelfinale der Geschichte des Landes geführt. Sieben Tore in fünf Spielen, darunter das Doppelpack gegen Brasilien in der 80. und 90. Minute. Im Viertelfinale trifft er auf England, das mit Bellingham und Kane zusammen zehn WM-Treffer in diesem Turnier erzielt hat.
Die vier Duelle ab Donnerstagabend
Donnerstag, 9. Juli, 22:00 Uhr MESZ: Frankreich gegen Marokko in Boston. Das Rückspiel des WM-Halbfinales 2022, das Frankreich 2:0 gewann. Marokko sucht die Revanche. Übertragung live in der ARD.
Freitag, 10. Juli, 21:00 Uhr MESZ: Spanien gegen Belgien in Los Angeles. Spanien hat in fünf Spielen kein einziges Gegentor kassiert. Belgien schlug die USA mit 4:1. Übertragung im ZDF.
Samstag, 11. Juli, 23:00 Uhr MESZ: Norwegen gegen England in Miami. Das erste WM-Viertelfinale der norwegischen Geschichte. Das Spiel läuft exklusiv bei MagentaTV.
Sonntag, 12. Juli, 03:00 Uhr MESZ: Argentinien gegen die Schweiz in Kansas City. Messi gegen einen Gegner, der Kolumbien erst im Elfmeterschießen bezwang. Das Spiel läuft exklusiv bei MagentaTV.
Frankreich vorn, aber Spanien ohne Gegentor
Wettanbieter sehen Frankreich mit einer impliziten Titelwahrscheinlichkeit von rund 29 Prozent als klaren Kandidaten, Wettquote 2,90. Spanien folgt mit rund 22 Prozent (Wettquote 4,70), Argentinien mit rund 16 Prozent (Wettquote 5,00). England liegt bei Wettquote 6,00.
Die Turnierform erzählt eine differenziertere Geschichte. Spanien ist das einzige Team des Turniers ohne Gegentor: fünf Spiele, kein Treffer gegen. Trainer Luis de la Fuente setzt auf Lamine Yamal als zentralen Vorbereiter und Mikel Oyarzabal als Zielspieler. Frankreich gewann alle Spiele, aber oft durch Einzelleistungen Mbappés. Das 1:0 gegen Paraguay durch einen Elfmeter war kein dominanter Vortrag.
Argentinien ist der widersprüchlichste Viertelfinalteilnehmer. Messi führt die Torschützenliste an, aber das Team stand im Achtelfinale 79 Minuten lang gegen Ägypten vor dem Aus. Die Schweiz, die Kolumbien erst im Elfmeterschießen bezwang, ist ein kompakter Gegner, der wenig Räume lässt.
Zwei Spiele nur mit MagentaTV-Abo
Von den vier Viertelfinalduellen überträgt ARD Frankreich gegen Marokko am Donnerstag live, ZDF zeigt Spanien gegen Belgien am Freitag. Die beiden anderen Partien laufen ausschließlich beim Bezahlanbieter MagentaTV: Norwegen gegen England am Samstag und Argentinien gegen die Schweiz am Sonntag.
Das trifft ausgerechnet beim sportlich aufgeladensten Duell hart: Haaland im ersten WM-Viertelfinale Norwegens, England mit zehn WM-Treffern allein durch Bellingham und Kane, dazu das potenzielle Halbfinalduell zwischen Messi und Mbappé erst am Sonntag entschieden. Wer alle vier Spiele sehen will, braucht ein Abonnement.
Das Halbfinale findet am 15. und 16. Juli in Dallas und Boston statt. Das Finale ist für den 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York angesetzt.
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