Niederlande antworten Zweiflern mit 5:1 gegen Schweden
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Niederlande antworten Zweiflern mit 5:1 gegen Schweden

Nach dem enttäuschenden 2:2 zum WM-Auftakt gegen Japan haben die Niederlande mit einem dominanten 5:1-Sieg gegen Schweden geantwortet. Brian Brobbey und Cody Gakpo trafen je doppelt. Oranje führt nun Gruppe F an.

20. Juni 2026, 22:39 Uhr 671 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Vor dem Anpfiff zogen 30.000 niederländische Fans durch die Innenstadt von Houston. Nach dem Abpfiff hatten sie den passenden Rahmen für das Ergebnis geliefert: Die Niederlande schlugen Schweden im NRG Stadium mit 5:1 und beendeten die Diskussion über ihren WM-Auftritt mit einem klaren Leistungsnachweis. Nach dem 2:2 gegen Japan, das Bondscoach Ronald Koeman harsche Kritik eingebracht hatte, war dieser Sieg mehr als drei Punkte.

Aus dem Stotterstart in den Kantersieg

Das Japan-Spiel sechs Tage zuvor in Dallas war kein gutes Zeugnis für Oranje. Die Niederlande führten zweimal und gaben die Führung zweimal her. Virgil van Dijk brachte die Mannschaft in der zweiten Hälfte in Front. Keito Nakamura glich zum 1:1 aus, Crysencio Summerville erhöhte auf 2:1. Daichi Kamada sorgte kurz vor Schluss für das 2:2. Oranje hatte einen Sieg in den Händen gehalten und ihn fallen gelassen.

Gegen Schweden lief es von der ersten Minute anders. Brian Brobbey, der 24-jährige Stürmer von Sunderland, traf bereits in der fünften Minute zur Führung und legte in der 17. Minute nach. Schweden, das seinen Auftakt gegen Tunesien noch mit 5:1 gewonnen hatte und selbstbewusst nach Houston gereist war, fand keine Antwort auf das hohe Pressing der Niederländer. Cody Gakpo erhöhte in der 47. Minute und traf in der 54. Minute erneut. Anthony Elanga gelang in der 59. Minute der schwedische Ehrentreffer, bevor Summerville in der 89. Minute den 5:1-Endstand besorgte.

Was das Ergebnis über Oranjes Stärken sagt

Die Leistungssteigerung gegenüber dem Japan-Spiel ist schwer in einen einzigen Faktor zu pressen. Schweden ist eine andere Mannschaft als Japan, das mit kompaktem Pressing und schnellen Kontern agiert. Gegen Schweden öffneten sich Räume früher, Brobbeys Tempo und direktes Spiel auf den ersten Kontakt kamen zur Geltung. Gakpo, beim FC Liverpool zum vielleicht besten Stürmer der Premier League gereift, hat in beiden Halbzeiten getroffen und bestätigt damit seine Rolle als Oranjes taktische Schaltstelle zwischen Mittelfeld und Sturm.

Dass Summerville sowohl gegen Japan als auch gegen Schweden traf, ist ein Zeichen für die Tiefe des Kaders. Koeman verfügt über Flügeloptionen, die sich gegenseitig ersetzen können, ohne dass die Offensivkraft nennenswert abnimmt. Gegen Japan war das nicht genug. Gegen Schweden schon.

Für Schweden wirft das Spiel Fragen auf. Ein 5:1 gegen Tunesien beim Auftakt wirkte wie die Ankündigung eines ernstzunehmenden Teams. Das 1:5 gegen die Niederlande zeigt, wie viel von dieser Hoffnung auf der Schwäche des Gegners beruhte. Schweden hat bei dieser WM noch ein Spiel in der Gruppe, gegen Japan. Mit drei Punkten wäre die Chance auf die nächste Runde intakt. Ohne Punkte wäre das Vorrunden-Aus besiegelt.

Gruppe F nach zwei Spieltagen

Die Niederlande führen Gruppe F mit vier Punkten an, vor Schweden mit drei Punkten. Japan und Tunesien haben beim zweiten Spieltag ebenfalls gegeneinander gespielt; das Ergebnis entschied darüber, ob Japan auf vier Punkte kommt und die Gruppe wieder öffnet. Tunesien, das nach dem 1:5 gegen Schweden seinen Trainer Sabri Lamouchi entließ, geht mit null Punkten ins dritte Gruppenspiel.

Das dritte Spieltag-Szenario für die Niederlande ist günstig: Oranje trifft in der dritten Runde auf Tunesien, den Tabellenletzten. Selbst ein Unentschieden würde in den meisten Konstellationen reichen, um ins Achtelfinale einzuziehen. Ein Sieg würde die Gruppenführung absichern.

Was Oranjes WM-Ambitionen jetzt bedeuten

Vor diesem Turnier galten die Niederlande als einer der Mitfavoriten für das Achtelfinale und als realistische Viertelfinale-Kandidaten. Das 2:2 gegen Japan ließ daran zweifeln. Das 5:1 gegen Schweden stellt den Anspruch wieder her. Die Mannschaft, die Koeman in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut hat, ist jung und direkt im Stile von Brobbeys Spiel: kein Besitzfußball um des Besitzes willen, sondern vertikale Pässe und Druck auf den Gegner bei eigenem Ballbesitz.

Das entscheidende Fragezeichen bleibt die Defensive. Zweimal gegen Japan den Ausgleich kassiert zu haben war kein Zufall, sondern ein Muster: Wenn Oranje die Führung nicht früh ausbaut und der Gegner ins Spiel findet, wackelt die Abwehrreihe. Gegen Schweden war das Problem nicht existent, weil der Gegner zu keiner Phase in der Lage war, koordinierten Druck aufzubauen. Gegen stärkere Gegner im Achtelfinale wird sich zeigen, ob das 5:1 ein Leistungsdurchbruch war oder eine Momentaufnahme gegen einen überforderten Gegner.

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