Hormuz-Pakt ohne USA: Trump droht Oman mit Bombardierung
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Hormuz-Pakt ohne USA: Trump droht Oman mit Bombardierung

Oman steht zwischen Washington und Teheran: Das Sultanat hat einen Pakt mit dem Iran ausgehandelt, der US-Schiffe aus der Hormuzstraße aussperrt und kassiert dafür Trumps Drohung, es in Grund und Boden zu bomben. Das 60-Tage-Rahmenwerk zwischen USA und Iran ist am 17. August ohne Ergebnis ausgelaufen.

Quellen (12)
  1. CBS News: Iran war deal expired, live updatescbsnews.com
  2. CNN: Trump threatens to bomb Oman, live newscnn.com
  3. Euronews: Trump threatens Oman over Hormuz talkseuronews.com
  4. CNBC: US rejects Hormuz impedimentscnbc.com
  5. The Hill: Trump threats against Omanthehill.com
  6. Washington Post: Trump threatens to bomb Omanwashingtonpost.com
  7. Washington Post: Iran working to finalize Hormuz agreement with Omanwashingtonpost.com
  8. NPR: Iran says Hormuz deal prohibits US and Israeli vesselsnpr.org
  9. Bloomberg: Iran-Oman Deal bans US and Israeli shipsbloomberg.com
  10. Forbes: Trump threatens to bomb Omanforbes.com
  11. Washington Times: Trump threatens to bomb Omanwashingtontimes.com
  12. Al-Monitor: Trump threatens Oman if it gets in the wayal-monitor.com
17. August 2026, 18:58 Uhr855 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Am 17. August ist das 60-Tage-Verhandlungsrahmenwerk zwischen den USA und dem Iran abgelaufen, ohne dass eine Einigung erzielt wurde. Parallel dazu haben Iran und Oman eine Übereinkunft ausgehandelt, die US- und israelische Schiffe aus der Straße von Hormus ausschließt und dem Iran die Kontrolle über die Meerenge überträgt. US-Präsident Donald Trump reagierte mit einer expliziten Drohung: Er werde Oman in Grund und Boden bomben, wenn das Sultanat den US-iranischen Verhandlungen in den Weg komme.

Der Pakt, den Washington zurückweist

Das Iran-Oman-Abkommen, das Teheran Anfang August ankündigte, ist ein Versuch, das Ergebnis der Hormuz-Krise außerhalb der US-Verhandlungen festzuschreiben. Nach iranischen Angaben verbietet die Vereinbarung amerikanischen und israelischen Schiffen die Durchfahrt durch die Meerenge. Länder, die dem Iran Schaden zugefügt haben, sollen ebenfalls gesperrt bleiben, bis sie Kriegsschadenersatz geleistet haben. Für erlaubte Schiffe gilt eine Strafgebühr von bis zu 20 Prozent des Ladungswerts bei Verstößen. Der Iran übernimmt Navigationsführung, Schiffsverkehrsüberwachung, maritime Sicherheit und Umweltschutz in der Meerenge.

Das US-Außenministerium wies jede Form von Transitbeschränkungen zurück. Ein Sprecher erklärte, die USA dulden „keine Hindernisse”, also weder Genehmigungspflichten noch Gebühren. Die Straße von Hormus sei internationales Gewässer; keine Partei habe das Recht, den Transit zu kontrollieren. Bloomberg berichtete zuerst über den Entwurf; NPR bestätigte anschließend, dass US-amerikanische und israelische Schiffe explizit ausgeschlossen werden sollen. Iran und Oman wollen laut Washington Post eine gemeinsame Erklärung zur Regelung veröffentlichen.

Die Zahlen verdeutlichen, was auf dem Spiel steht. Vor dem Krieg liefen täglich 110 bis 130 Schiffe durch die Hormuzstraße; heute sind es noch rund 13. Rund 20.000 Seeleute auf 2.000 Schiffen stecken seit Ende Februar im Persischen Golf fest. Vor dem Krieg liefen 20 Prozent des globalen Öl- und Flüssiggastransports durch die Meerenge. Der Iran-Oman-Pakt würde diese Lage nicht lösen, sondern für Nicht-US-Schiffe unter iranischen Bedingungen fortschreiben.

Oman im Kreuzfeuer zweier Mächte

Oman ist für jede Hormuz-Regelung geografisch unentbehrlich. Die omankische Küste grenzt direkt an die Einfahrt der Meerenge; wer Durchfahrtsrechte durchsetzen will, braucht die Kooperation Muscats. Das ist der Kern von Trumps Drohung.

Doch Oman ist kein neutrales Land. Das Sultanat unterhält enge Wirtschaftsbeziehungen mit den USA und ermöglicht US-Militärüberflüge. Gleichzeitig hat Muscat in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach als diskreter Kanal zwischen Washington und Teheran gedient. Die geheimen Vorverhandlungen zum Atomabkommen von 2015 liefen über Oman. Diese Doppelrolle machte das Sultanat jahrelang wertvoll; heute bringt sie es in eine gefährliche Zwickmühle.

Trumps erste Drohung gegen Oman kam im Mai 2026. Damals bezeichnete Washington Berichte über Iran-Oman-Gespräche als „complete fiction.” Heute ist das Abkommen Realität. Der Ton der zweiten Drohung ist expliziter: Trump benutzte in einem Fox-News-Interview einen Vulgärausdruck und sagte, er werde Oman „in die Luft jagen”, sollte das Sultanat die US-iranischen Verhandlungen torpedieren. Oman hat auf die Drohung bisher nicht öffentlich reagiert.

Zwei Monate Verhandlung ohne Ergebnis

Das 60-Tage-Rahmenwerk, das Mitte Juni vereinbart wurde, sollte eine stufenweise Öffnung der Hormuzstraße, eine Einschränkung des iranischen Nuklearprogramms und ein Ende der Kampfhandlungen herbeiführen. Das Ergebnis nach 60 Tagen: CBS News berichtete, beide Seiten seien „so weit auseinander wie vor zwei Monaten.” Es gibt keine Hinweise auf eine Verlängerung des Verhandlungsrahmens, keine Erklärung zum weiteren Fahrplan.

Für den Iran ist das kein Versagen, sondern eine strategische Chance. Teheran hat die Verhandlungszeit genutzt, um mit Oman Fakten zu schaffen. Trump hat seit Kriegsbeginn im Februar mindestens fünfmal Luftschläge angekündigt und abgebrochen. Teheran dürfte darauf setzen, dass die Drohung gegen Oman in einer ähnlichen Weise verhallt. Gelingt das, besitzt der Iran ohne US-Zustimmung die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die ebenfalls auf die Hormuzroute angewiesen sind, haben sich bisher nicht öffentlich positioniert. Beide sind wirtschaftlich stark von der Meerenge abhängig, militärisch aber näher an der US-Position. Ihre Haltung zum Iran-Oman-Pakt wird die regionale Dynamik mitbestimmen.

Omans Entscheidung bis Anfang September

Gibt Oman dem US-Druck nach, verliert es seinen Status als neutraler Vermittler und beschädigt die Beziehungen zu Iran. Hält das Sultanat am Abkommen fest, riskiert es US-Strafmaßnahmen oder Schlimmeres. Ein formelles Verteidigungsbündnis mit den USA besteht nicht; Oman ist kein NATO-Mitglied und hat keine gegenseitige Beistandspflicht gegenüber Washington.

Der Ölpreis der Sorte Brent reagierte am Montagmorgen mit einem leichten Anstieg auf die Nachricht vom Ablauf des Verhandlungsrahmens: Händler sehen die Wahrscheinlichkeit einer raschen Hormuz-Öffnung gesunken. Seit Kriegsbeginn liegt Brent rund 40 Prozent über dem Vorkriegsniveau. Für deutsche Verbraucher bedeutet das konkret: Heizöl, Diesel und Gas bleiben teuer, solange die Meerenge gesperrt oder eingeschränkt bleibt.

Der nächste Druckpunkt ist die angekündigte gemeinsame Erklärung von Iran und Oman zu den Hormuz-Regelungen. Veröffentlichen beide Seiten ein gemeinsames Dokument, ist der Pakt de facto in Kraft. Dann stehen die USA vor der Wahl: militärische Eskalation gegen einen Verbündeten oder Duldung einer Lösung, die US-Schiffe ausschließt.

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