USA stoßen an militärische Grenzen: Raketenvorräte erschöpft
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USA stoßen an militärische Grenzen: Raketenvorräte erschöpft

Reuters und CNN berichten unter Berufung auf Pentagon-Insider: Die USA haben im Irankrieg ihre Bestände an taktischen Langstreckenraketen nahezu vollständig aufgebraucht. ATACMS und PrSM sind weitgehend erschöpft, von den Tomahawk-Marschflugkörpern ist gut die Hälfte verschossen.

Quellen (8)
  1. Spiegel Auslandspiegel.de
  2. Onvista / Reutersonvista.de
  3. Tagesspiegel Iran-Liveblogtagesspiegel.de
  4. Center for Strategic and International Studies (CSIS)csis.org
  5. Sicherheit & Verteidigungsuv.report
  6. AOL / Washington Postaol.com
  7. Wall Street Online Iran-Hormuswallstreet-online.de
  8. Berndpulch US Missile Stockpilesberndpulch.org
6. August 2026, 12:40 Uhr823 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Die USA haben im Irankrieg fast alle ihre taktischen Langstreckenraketen verbraucht. Reuters und CNN berichten unter Berufung auf Insider aus dem Pentagon, dass die Bestände an Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) nahezu vollständig erschöpft sind. Gut die Hälfte des weltweiten Tomahawk-Inventars ist verschossen, die Bestände an Patriot-Abfangraketen sind zu rund 65 Prozent aufgebraucht. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) kommt in einer Analyse zu dem Schluss: Die USA haben sich in einem einzigen regionalen Konflikt in eine strategische Schwächeposition manövriert, die über den Iran weit hinausgeht.

Fünf Monate Krieg, fast kein Vorrat mehr

Seit dem Irankrieg, der im Frühjahr 2026 eskalierte, haben die Vereinigten Staaten mehrere Wellen intensiver Luftangriffe geflogen und zeitgleich eine Seeblockade aufrechterhalten. Die Kombination aus Angriffen auf iranische Infrastruktur, Verteidigung gegen iranische Drohnen und Raketenabwehr hat die Munitionsvorräte in einem Tempo aufgebraucht, das selbst Insider im Pentagon überraschte. Besonders die ATACMS, das Rückgrat der bodengestützten US-Präzisionsarsenal-Kapazitäten, waren für Szenarien entwickelt worden, in denen sie über Monate hinweg eingesetzt werden sollten. Dass sie in weniger als einem halben Jahr nahezu vollständig verbraucht sein würden, hatte kein Planungsmodell vorhergesehen.

Ähnliches gilt für die PrSM, den neueren Nachfolger der ATACMS mit größerer Reichweite und höherer Präzision. Die USA haben in den vergangenen Jahren erheblich in diese Systeme investiert, um China in einer möglichen Taiwan-Krise abzuschrecken. Nun sind genau diese Bestände weitgehend erschöpft.

Welche Waffen wie tief gesunken sind

Die CSIS-Analyse, auf die Reuters sich stützt, zeichnet ein konkretes Bild. Die Bestände an ATACMS und PrSM sind laut den Insidern nahezu vollständig aufgebraucht. Von den Tomahawk-Marschflugkörpern, einem der wichtigsten Langstreckenwaffen der US-Marine, ist zwischen Februar und Juli 2026 gut die Hälfte des weltweiten Inventars verschossen worden. Jede dieser Raketen kostet mehr als eine Million US-Dollar.

Bei den Abwehrsystemen ist die Lage nicht besser: Zwischen Februar und Juli wurden rund 65 Prozent der Patriot-Abfangraketen verbraucht, die für die Raketenabwehr in der Region eingesetzt worden waren. Die THAAD-Bestände, das Hochaltitudenabwehrsystem, sind nach übereinstimmenden Schätzungen um mindestens 38 Prozent reduziert worden. Die genauen Zahlen sind klassifiziert, aber mehrere unabhängige Quellen in Pentagon und Rüstungsbehörden beschreiben das gleiche Bild.

Die Gefahr hinter dem Engpass: China und Russland

Das eigentliche Problem liegt nicht im Irankrieg selbst, sondern in dem, was danach kommen könnte. ATACMS, PrSM und Patriot-Systeme sind nicht speziell für den Nahen Osten entwickelt worden. Sie sind die Kernwaffen, mit denen die USA eine chinesische Invasion Taiwans abschrecken oder einem russischen Angriff auf NATO-Territorium entgegenwirken sollen. Genau diese Kapazitäten sind jetzt erheblich reduziert.

Die CSIS, eines der renommiertesten außenpolitischen und sicherheitspolitischen Forschungsinstitute der USA, warnt explizit: Ein Großkonflikt mit China oder Russland, der sich unmittelbar an den Irankrieg anschließen würde, träfe die USA in einer militärischen Lage, die deutlich schlechter ist als vor dem Frühjahr 2026. Die Rüstungsindustrie produziert auf Rekordniveau, aber neue ATACMS und Tomahawks brauchen Monate bis Jahre, um gefertigt und in die Bestände überführt zu werden. Kurzfristig gibt es keine Lösung.

Trump dementiert, Pentagon widerspricht

Präsident Donald Trump reagierte auf die Berichte mit scharfer Ablehnung. Auf Truth Social erklärte er, die USA verfügten über „weit mehr Munition als alle anderen zusammen“ und „weit mehr, als wir brauchen“. Die Rüstungsunternehmen produzierten auf Rekordniveau. Trump drohte außerdem den Journalisten, die über angeblich erschöpfte Bestände berichten, mit Strafverfolgung.

Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte, das US-Militär sei „das mächtigste der Welt“ und habe „alles, was es braucht, um zu einem Zeitpunkt und an einem Ort zu handeln, den die Führung wählt“. Eine direkte Stellungnahme zu den konkreten Bestandszahlen gab Parnell nicht ab.

Das Weiße Haus bezeichnete die Berichte als „Fake News".

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