WM 2026: England gegen Argentinien im Halbfinale
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WM 2026: England gegen Argentinien im Halbfinale

England und Argentinien stehen nach je einem Verlängerungsdrama im WM-Halbfinale 2026. Am 15. Juli treffen sie in Atlanta aufeinander, zum ersten gemeinsamen WM-Halbfinale beider Nationen in der Geschichte.

12. Juli 2026, 8:43 Uhr 780 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Jude Bellingham schoss England in der Verlängerung mit einem Doppelpack ins WM-Halbfinale, Argentinien überstand Platzverweis und Verlängerungsdrama gegen die Schweiz mit 3:1. Am 15. Juli treffen die beiden Nationen in Atlanta aufeinander, erstmals in einem WM-Halbfinale. In der 96-jährigen Geschichte der Weltmeisterschaften gab es dieses Duell in dieser Runde noch nie.

Bellingham rettet England zweimal

Das Viertelfinale im Hard Rock Stadium in Miami begann für England denkbar schlecht. Andreas Schjelderup brachte Norwegen in der 36. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel in Führung, gegen den Torwart Jordan Pickford keine Chance hatte. Bellingham glich noch in der regulären Spielzeit aus: In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit nahm er ein flaches Zuspiel von Anthony Gordon mit dem ersten Kontakt mit und traf aus kurzer Distanz am Fünfmetereck per Linksschuss. Das Spiel ging nach 90 Minuten mit 1:1 in die Verlängerung. Dort traf Bellingham in der 93. Minute, als er einen Distanzschuss von Morgan Rogers, den Torwart Nyland nur nach vorne abprallen lassen konnte, aus kurzer Distanz verwertete. England gewann 2:1 nach Verlängerung und steht damit im vierten WM-Halbfinale seiner Geschichte.

Für Norwegen bedeutet das Ausscheiden das Ende einer historischen Kampagne. Das Land stand zum ersten Mal in seiner Geschichte im WM-Viertelfinale und verliert die Runde gegen einen Gegner, der seinerseits erst durch knappe Ergebnisse vorangekommen war. Erling Haaland verlässt das Turnier mit sieben Treffern in sechs Spielen ohne Halbfinalteilnahme. Er ist damit der beste ausgeschiedene Torschütze dieses Turniers.

Argentinien nach VAR-Schock und Verlängerung weiter

Das Viertelfinale in Kansas City kippte in der 72. Minute durch einen VAR-Eingriff. Breel Embolo sah nach einem VAR-Eingriff die Gelb-Rote Karte: Er hatte im Strafraum eine Schwalbe begangen, der Schiedsrichter hatte zunächst Argentiniens Leandro Paredes Gelb gezeigt, revidierte nach VAR-Überprüfung aber und stellte Embolo wegen der Simulation vom Platz. Bis dahin hatte Alexis Mac Allister Argentinien in der 10. Minute nach einem Zuspiel von Lionel Messi in Führung gebracht, Dan Ndoye glich für die Schweiz in der 67. Minute aus. Mit einem Mann mehr setzte Argentinien in der Verlängerung nach: Julián Álvarez traf in der 112. Minute mit einem Schlenzer von der Strafraumkante, Lautaro Martínez verwertete in der letzten Spielminute einen Konter zum 3:1.

Messi, 39 Jahre alt und zum sechsten Mal bei einer Weltmeisterschaft, bereitete den ersten Treffer vor und kam damit auf zehn Scorerpunkte in diesem Turnier: acht Tore und zwei Vorlagen in sieben Spielen. Nach dem WM-Titel 2022 in Katar steht Argentinien nun im dritten WM-Halbfinale der Ära Messi. Für ihn persönlich wäre das Finale am 19. Juli das letzte bei einer Weltmeisterschaft.

40 Jahre nach Maradona: Das Aufeinandertreffen in Atlanta

England und Argentinien haben bei Weltmeisterschaften eine Geschichte, die immer wieder auf dasselbe Spiel zurückverweist: das Viertelfinale am 22. Juni 1986 im Aztekastadion in Mexiko-Stadt. Diego Maradona erzielte damals mit der Hand das 1:0 und anschließend das bis heute als „Tor des Jahrhunderts“ bekannte 2:0 nach einem Solo durch die halbe englische Mannschaft. England verlor 1:2. Vier Jahrzehnte später spielte England sein Achtelfinale 2026 ebenfalls im Aztekastadion, diesmal gegen Gastgeber Mexiko und gewann 3:2.

Bei Weltmeisterschaften sind beide Nationen dreimal aufeinandergetroffen: 1966 (England 1:0 im Wembley), 1986 (Argentinien 2:1 im Azteka) und 1998 (Argentinien 4:3 nach Elfmeterschießen in Saint-Étienne). Dazu kommt eine Gruppenphase 2002 (England 1:0 durch Beckham-Elfmeter). Ein Halbfinale zwischen beiden hat es in all diesen Begegnungen nie gegeben. Das Spiel am 15. Juli im Mercedes-Benz-Stadium in Atlanta (68.239 Plätze) ist damit historisch ohne Präzedenz. Anstoß ist um 21:00 Uhr MESZ, die ARD überträgt live im Free-TV.

Frankreich und Spanien am Bastille-Tag

Das erste Halbfinale findet bereits am 14. Juli statt, dem französischen Nationalfeiertag. Im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas, einem Stadion mit 94.000 Plätzen und Heimstätte der Dallas Cowboys, treffen Frankreich und Spanien aufeinander. Kylian Mbappé, mit acht Turniertoren (Haaland traf siebenmal), trifft auf Spaniens 17-jährigen Flügelspieler Lamine Yamal, der in diesem Turnier die meisten Torvorlagen aller Spieler gesammelt hat. Spanien hat in diesem Turnier in sechs Spielen kein einziges Gegentor kassiert. Frankreich hat alle Partien gewonnen, oft mit knappen Mitteln. Das ZDF überträgt live im Free-TV um 21:00 Uhr MESZ.

Das Finale am 19. Juli im MetLife Stadium

Das Endspiel ist für den 19. Juli im MetLife Stadium in East Rutherford bei New York angesetzt. England sucht seinen ersten Weltmeistertitel seit dem Wembley-Finalsieg 1966. Argentinien will den zweiten Titel in Folge. Wenn Frankreich und Argentinien ihre Halbfinals gewinnen, treffen Mbappé und Messi ein zweites Mal im WM-Finale aufeinander, nach Katar 2022, wo Argentinien erst im Elfmeterschießen gewann. Das Halbfinale in Atlanta am Mittwochabend entscheidet, welche dieser Konstellationen eintritt.

Quellen (12)

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