FBI stoppt Drohnenanschlag auf Trumps Geburtstag
Was für Außenstehende als spektakuläres Geburtstagsgeschenk wirkte, hatten Bundesermittler bereits seit Tagen als mögliches Angriffsziel im Blick: Das UFC-Kampfsportevent vom 14. Juni auf dem Südrasen des Weißen Hauses, mit dem Präsident Donald Trump seinen 80. Geburtstag feierte, sollte laut FBI von einem Netzwerk von mindestens 23 Personen gesprengt werden. Die Behörde verhaftete fünf Verdächtige in Ohio, Kalifornien, Missouri und Nebraska; zwei davon wurden noch am Montag wegen Verschwörung zum Mord angeklagt.
Kampfsport mit Kabinettsrang auf dem Südrasen
Die UFC Freedom 250 vom 14. Juni war kein gewöhnliches Sportspektakel. Die Veranstaltung fand auf dem Südrasen des Weißen Hauses statt und zog neben Präsident Trump und First Lady Melania Trump zahlreiche Kabinettsmitglieder sowie Wirtschaftsvertreter an, darunter Meta-Gründer Mark Zuckerberg. Ein Überflug der Air Force Thunderbirds und der Navy Blue Angels bildete den militärischen Rahmen. Trump, am 14. Juni 80 Jahre alt, hatte das Format als Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag amerikanischer Unabhängigkeit positioniert; UFC-Präsident Dana White hatte das Weißhaus-Event bereits Monate zuvor angekündigt und war für die Zusammenarbeit mit der Trump-Administration bekannt, für die er sich seit 2016 öffentlich einsetzt.
Das FBI erhielt die ersten Hinweise auf eine Verschwörung am 10. Juni und löste sofort eine Ermittlung aus, die sich über mindestens zwölf FBI-Außenstellen in mehreren Bundesstaaten erstreckte. Noch während das Spektakel auf dem Südrasen lief, waren Agenten dabei, das Netzwerk zu zerschlagen.
Drohnen, Scharfschützen, zweite Welle: Der Dreistufenplan
Laut Ermittlern sah der geplante Anschlag drei Phasen vor. Zunächst sollten explosivstoffbeladene Drohnen gegen Gebäude in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsgeländes eingesetzt werden, um eine Massenevakuierung auszulösen. In der entstehenden Panik sollten positionierte Scharfschützen die fliehende Menge ins Visier nehmen. Eine zweite Welle sollte anschließend den Sicherheitsperimeter des Weißen Hauses stürmen.
Mindestens 23 Personen koordinierten nach Erkenntnissen des FBI ihre Pläne in verschlüsselten Signal-Gruppenchats. Ein erster Verdächtiger wurde bereits am 10. Juni in Cincinnati mit einem Haftbefehl festgenommen; am 12. und 13. Juni reisten mehrere weitere Verdächtige nach Fredericksburg im Bundesstaat Virginia, offenbar zur Vorbereitung des Anschlags. Verhaftungen folgten in Riverside (Kalifornien) sowie in Missouri. Tycen Proper aus Cincinnati gilt als erster Festgenommener; Bryan Omar Roa und Michael Alan Thomas aus Kalifornien wurden am Montag wegen Verschwörung zum Mord angeklagt, den schwersten Anklagepunkten des bislang bekannten Verfahrens.
Motive: AIPAC, Milliardäre und antikapitalistische Radikalisierung
Mindestens ein Verdächtiger gab gegenüber Ermittlern an, die Aktion richte sich gegen kapitalistische Eliten, Milliardäre sowie Politiker, die Spenden vom American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) erhalten hätten. AIPAC ist die einflussreichste pro-israelische Lobbyorganisation in den USA und steht seit dem Gazakrieg im Zentrum antiisraelischer Kritik. Das Motiv kombiniert antikapitalistische Radikalisierung mit Feindschaft gegen Israel-Lobbying, eine Mischung, die Sicherheitsbehörden in den vergangenen Jahren in mehreren Radikalisierungsverläufen beobachtet haben.
FBI-Direktor Kash Patel lobte am Montag die Arbeit seiner Behörde: „Dank der raschen Aktion dieses FBI, unserer Partner und des Justizministeriums in einer bundesstaatenübergreifenden Operation befinden sich mehrere Personen jetzt in Haft und die mutmaßlichen Anschläge wurden im Keim erstickt.“ Ob die 23 identifizierten Personen ein strukturiertes Netzwerk bilden oder dezentral agierten, untersuchen Ermittler noch.
Zweiter koordinierter Anschlag in zwei Monaten
Es ist nicht der erste koordinierte Anschlagsversuch in diesem Jahr gegen die Trump-Administration. Im April 2026 eröffnete Cole Tomas Allen beim White House Correspondents' Dinner das Feuer auf Sicherheitsbeamte; Trump, Vizepräsident JD Vance und mehrere Kabinettsmitglieder wurden evakuiert. Allen, ein Informatik-Absolvent, hinterließ ein Manifest mit Ziellisten von Regierungsvertretern und wurde wegen versuchten Attentats auf den Präsidenten angeklagt.
Der methodische Unterschied zum aktuellen Fall ist erheblich: Während Allen als Einzeltäter mit konventionellen Schusswaffen agierte, sah das UFC-Netzwerk eine dreiteilige Aktion vor, bei der kommerziell verfügbare Drohnentechnologie als Auslöser dient. Handelsübliche Drohnen mit angebrachten Sprengkörpern können Sicherheitsperimeter umgehen, die auf klassische Waffenkontrollen ausgelegt sind; bei einer Großveranstaltung mit dem Präsidenten und Kabinettsmitgliedern im Freien stellt das ein strukturelles Problem dar, das durch herkömmliche Maßnahmen des Secret Service allein nicht lösbar ist.
Anklagen werden heute entsiegelt
Die vollständigen Anklageschriften sollten noch am heutigen Dienstag entsiegelt werden. Von den 23 identifizierten Verdächtigen befinden sich erst fünf in Haft; was mit den übrigen 18 Personen geschieht, ist offen. Das FBI erklärte, die unmittelbare Bedrohung sei gestoppt, machte aber keine Aussage darüber, ob das Netzwerk damit vollständig zerschlagen ist.
Für den Secret Service und das Department of Homeland Security stellt der Vorfall eine strukturelle Frage: Großveranstaltungen mit Präsident und Kabinettsmitgliedern in öffentlichen Außenbereichen sind durch Drohnentechnologie anders angreifbar als noch vor wenigen Jahren. Das Sicherheitskonzept, das nach dem Correspondents'-Dinner-Vorfall im April überarbeitet worden war, steht damit erneut auf dem Prüfstand. Die Anklageschriften werden zeigen, ob die Strafverfolgung den Anschlagsplan als reell handlungsfähig einstuft oder ob die Verhaftungen einem frühen Planungsstadium galten.
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