Selenskyj bietet Putin G20-Treffen an
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Selenskyj bietet Putin G20-Treffen an

Selenskyj erklärt sich bereit, Putin beim G20-Gipfel in Miami im Dezember zu treffen. Der Kreml lehnte sofort ab. Das Angebot richtet sich weniger an Moskau als an Gastgeber Trump: Die Ukraine ist kein G20-Mitglied und bräuchte eine Einladung aus Washington.

Quellen (9)
  1. Ukrinformukrinform.de
  2. Berliner Zeitungberliner-zeitung.de
  3. Wikipedia: 2026 G20 Miami Summiten.wikipedia.org
  4. IR Press (Peskow)ir-press.com
  5. TRT Deutsch (Kreml lehnt ab)trtdeutsch.com
  6. Deutschlandfunkdeutschlandfunk.de
  7. ZEIT Online (G20 Houston)zeit.de
  8. news.de (Putin verweigert)news.de
  9. Manila Timesmanilatimes.net
14. September 2026, 10:25 Uhr795 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Am 12. September erklärte Wolodymyr Selenskyj in einem Interview mit der Deutschen Welle seine Bereitschaft, Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Miami zu treffen. "Wir müssen uns treffen, miteinander reden und Entscheidungen treffen", sagte der ukrainische Präsident. Der Satz ist diplomatisch, aber das eigentliche Signal gilt nicht Moskau.

Die Einladung liegt bei Trump

Der G20-Gipfel findet am 14. und 15. Dezember in Miami statt. US-Präsident Donald Trump ist Gastgeber. Die Ukraine ist kein Mitglied der Gruppe der zwanzig größten Volkswirtschaften. Selenskyjs Angebot enthält deshalb eine implizite Bedingung: Er bräuchte eine Einladung von Trump. Solange Washington schweigt, ist das Treffen mit Putin rein theoretisch.

Damit stellt Selenskyj Trump vor eine öffentliche Frage: Lässt der Gastgeber die Ukraine nach Miami und schafft damit die Voraussetzung für Friedensgespräche? Oder nicht und trägt damit einen Teil der Verantwortung für deren Ausbleiben? Eine Antwort aus dem Weißen Haus gab es bisher nicht.

Auch Putins Teilnahme am G20-Gipfel ist nicht bestätigt. Moskau schickte zuletzt einen Vertreter zum G20-Energieministertreffen in Houston, was zeigt, dass Russland G20-Formate nicht grundsätzlich meidet.

Peskow: "Nur in Moskau"

Das Angebot aus Kiew lehnte der Kreml noch am selben Tag ab. Sprecher Dmitri Peskow erklärte gegenüber Journalisten, ein Treffen zwischen Putin und Selenskyj in Miami sei nicht möglich. Gleichzeitig signalisierte er grundsätzliche Gesprächsbereitschaft unter einer Bedingung. "Es gibt die Bereitschaft, ihn in Moskau zu treffen", sagte Peskow. Diese Formulierung ist rhetorisch präzise: Sie behauptet Offenheit und macht das Angebot gleichzeitig unannehmbar.

Selenskyj hat wiederholt erklärt, direkte Gespräche seien grundsätzlich möglich, aber nicht zu russischen Bedingungen. Eine Reise nach Moskau käme für ihn einer politischen Kapitulation gleich. Dass Peskow dieses Angebot öffentlich wiederholt, verwandelt es in einen Gesprächskiller, der als Gesprächsangebot verpackt ist.

Zwei Gleise, ein Ziel

Das G20-Angebot ist Selenskyjs zweiter diplomatischer Vorstoß innerhalb weniger Tage. Parallel plant er ein Treffen mit Trump am Rande der UN-Vollversammlung Ende September in New York. Thema wird das Luftabwehrpaket sein, das die Ukraine dringend braucht. Kurz zuvor hatte Selenskyj in Kanada ein Abkommen über 350 Millionen kanadische Dollar für Luftverteidigung sowie ein Drohnenproduktionsabkommen mit Premier Mark Carney unterzeichnet.

Die zwei Gleise verfolgen unterschiedliche Ziele: Das UNGA-Treffen im September soll konkrete Waffenlieferungen sichern. Das G20-Angebot im Dezember soll eine Verhandlungsstruktur schaffen oder zeigen, dass Russland eine solche blockiert. Während Selenskyj verhandelt, läuft an der Front die Herbst-Winter-Offensive.

Die Logik des multilateralen Rahmens

Ein Treffen beim G20-Gipfel hätte gegenüber bilateralen Gesprächen einen konkreten Vorteil: Die anderen neunzehn Staatschefs wären anwesend. Vereinbarungen wären schwerer zu leugnen. Das ist keine akademische Überlegung. Die Osterwaffenruhe im April endete mit 469 dokumentierten Verstößen. Ein institutioneller Rahmen mit Zeugen würde die Überprüfung künftiger Vereinbarungen erleichtern.

Selenskyj hatte bereits im Juni 2026 direkte Gespräche mit Putin angeboten. Damals blieb das Angebot abstrakt. Jetzt ist ein konkretes Datum und ein Ort im Spiel. Das macht die Absage des Kremls greifbarer und zeigt, welche Seite ein Treffen aktiv verhindert.

Ende September: New York als Vorentscheidung

Bevor das G20-Szenario relevant wird, steht das UNGA-Treffen. Wenn Trump Ende September in New York auf Selenskyj trifft und ein substanzielles Luftabwehrpaket zusagt, ist das ein Signal, dass Washington den Krieg als eigene Priorität behandelt. Das würde auch die Glaubwürdigkeit eines G20-Gesprächsrahmens stärken.

Russland nutzte das G20-Format zuletzt beim Energieministertreffen in Houston, um den Schein diplomatischer Normalität zu wahren. Ob Putin selbst im Dezember nach Miami kommt, hängt von einer Kalkulation ab, die in Moskau noch nicht abgeschlossen ist. Selenskyjs Angebot hat vorerst seinen Zweck erfüllt: Es liegt jetzt bei anderen, es abzulehnen oder zu ermöglichen.

Korrektur 17. September, 19:43 Uhr: Eine Verlinkung berichtigt. Der Satz zur Frontlage war mit einem Bericht über Selenskyjs G20-Angebot belegt, der die Offensive nicht behandelt; der irreführende Beleg ist entfernt.

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