Nordkorea schickt neue Drohnentruppen nach Kursk
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Nordkorea schickt neue Drohnentruppen nach Kursk

Russland hat 8.500 neue nordkoreanische Soldaten nach Kursk verlegt, darunter 400 spezialisierte Drohnenoperateure. Die Truppen sollen ukrainische Ziele erkunden und angreifen können. Insgesamt wurden bisher rund 25.000 nordkoreanische Soldaten durch russische Verbände rotiert.

Quellen (8)
  1. United24 Media: Russia Deploys 8,500 North Korean Troops to Kurskunited24media.com
  2. Ukrainska Pravda: Russia receives over 8,000 North Korean troopspravda.com.ua
  3. HamerIntel: North Korea's 8,500-strong deployment deepens Ukraine warhamerintel.com
  4. Yahoo News: Nearly 11,000 North Korean troops in Kursk at start of 2026yahoo.com
  5. Business Insider: Nordkorea kämpft für Russlandbusinessinsider.de
  6. Critical Threats: Russian Offensive Campaign Assessment August 21, 2026criticalthreats.org
  7. ua.news: North Korea new contingent 8,500ua.news
  8. Yahoo News: Ukraine Kursk offensiveyahoo.com
25. August 2026, 22:02 Uhr751 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Nordkoreanische Soldaten in Russland sind nicht mehr nur Infanterie: Unter den jüngsten 8.500 nordkoreanischen Verstärkungstruppen, die Russland im August nach Kursk verlegt hat, sind 400 spezialisierte Drohnenoperateure. Das meldete Vadym Skibitskyi, stellvertretender Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes GUR, am 21. August. Die Einheit soll erstmals Ziele auf ukrainischem Gebiet per unbemanntem Luftfahrzeug erkunden und angreifen können, eine Fähigkeit, die nordkoreanischen Truppen in Russland bisher fehlte.

Von der Frontwelle zur Fernkampfwaffe

Im Herbst 2024 schickte Nordkorea erstmals reguläre Truppen nach Russland. Rund 11.000 Soldaten wurden in der Region Kursk eingesetzt, um Russlands Gegenoffensive gegen den ukrainischen Vorstoß zu stützen, der im August 2024 russisches Territorium erfasst hatte. Die ersten Monate verliefen für Pjöngjang verlustreich: Die nordkoreanischen Einheiten wurden als Infanterie in Frontalangriffe geschickt, taktisch kaum vorbereitet auf die drohnengesättigte Kriegsführung. Westliche Geheimdiensteinschätzungen sprachen von weitgehend ineffektiven Angriffsmustern im Stil menschlicher Wellen. Rund 4.000 nordkoreanische Soldaten wurden nach ukrainischen Angaben bis Anfang 2026 getötet oder verwundet.

Seither hat sich die Rolle dieser Truppen verändert. Überlebende wurden in Drohnenaufklärung, Artilleriekoordination und Saperoperationen umgeschult. Rund 3.000 bereits zurückgekehrte Soldaten unterrichten inzwischen als Militärausbilder in Nordkorea und lehren moderne Kampftaktiken, die sie in Russland erlernt haben. Zu Beginn des Jahres 2026 waren noch rund 11.000 nordkoreanische Soldaten in Kursk stationiert.

Die August-Welle: Spezialisierung statt Masse

Die neue Tranche von 8.500 Soldaten, die der GUR am 21. August bestätigte, unterscheidet sich in ihrer Zusammensetzung von den früheren Entsendungen. Die Ukrainska Pravda berichtet auf Basis der GUR-Angaben: 400 der Soldaten sind ausgebildete UAV-Operateure, die sowohl Aufklärungs- als auch Angriffsmissionen gegen ukrainische Stellungen durchführen können. Rund 1.000 Einheiten sind Ingenieure und Sappeure für Kampfunterstützung und Minenräumung. Weitere 90 nordkoreanische Kräfte sind in Voronezh stationiert und unterstützen dort russische Raketenstarts.

Skibitskyi hob dabei einen entscheidenden Punkt hervor: Die neuen Truppen sollen nicht auf ukrainischem Boden kämpfen, sondern russische Rückzugsgebiete verstärken und dadurch reguläre russische Kräfte für Angriffsoperationen an der Frontlinie freisetzen. Die Drohnenoperateure könnten jedoch, so die GUR, „an Aufklärungsmissionen und Angriffen gegen die Ukraine beteiligt sein“, womit ihre Reichweite über die reine Rückraumsicherung hinausginge.

Insgesamt sind damit laut ukrainischer Einschätzung rund 25.000 nordkoreanische Soldaten durch russische Verbände rotiert worden seit Beginn der Zusammenarbeit. Nordkorea selbst hat Berichte über Pläne zur Entsendung von 30.000 bis 50.000 weiteren Soldaten als „fabriziert“ zurückgewiesen.

Was Pjöngjang dafür bekommt

Die Kooperation zwischen Moskau und Pjöngjang ist keine einseitige Gefälligkeit. Nordkorea liefert Artilleriegranaten in großen Mengen, die Russlands Munitionsversorgung entlasten und stellt Mannschaften für eine Armee zur Verfügung, die trotz eigener Mobilisierungswellen chronisch unterbesetzt ist. Im Gegenzug soll Nordkorea um fortschrittliche russische Rüstungstechnologie gebeten haben, darunter Luftabwehrsysteme des Typs S-400.

Für Pjöngjang hat die Teilnahme am Krieg einen weiteren strategischen Wert: Nordkoreanische Offiziere und Mannschaften sammeln in Ukraine Erfahrungen mit moderner Drohnenführung, elektronischer Kriegsführung und Infanterietaktiken unter realen Bedingungen. Das nordkoreanische Militär, das seit Jahrzehnten keine größeren Kampfeinsätze hatte, nutzt den Konflikt faktisch als Ausbildungsmission. Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Yehor Tscherniev brachte es früher in diesem Jahr auf den Punkt: Das größte Problem mit Nordkorea seien nicht die Soldaten selbst, sondern die Artilleriegranaten, die sie mitbringen.

Moskau könnte im September mehr verlangen

Nach Einschätzung des GUR könnte Wladimir Putin bei seinem nächsten Treffen mit Kim Jong-un im September 2026 um bis zu 50.000 zusätzliche nordkoreanische Soldaten bitten. Ob Kim zustimmen würde, ist unklar. Nordkoreas Führung hatte entsprechende Berichte zuletzt als Fehlinformation bezeichnet und damit eine öffentliche Obergrenze signalisiert.

Die Entsendung von Drohnenoperateuren ist dabei politisch geschickter als der Einsatz von Infanteristen: Sie sind schwerer als nordkoreanische Staatsbürger zu identifizieren, sterben seltener in großen Zahlen und hinterlassen weniger diplomatisch belastendes Bildmaterial. Gleichzeitig erhöhen sie die operative Reichweite russischer Kräfte in Kursk zu einem Zeitpunkt, da die Ukraine weiter unter erheblichem Druck an der Ostfront steht. Das Institute for the Study of War bewertet den Schritt als Zeichen der Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und Pjöngjang.

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