
Rekordangriff auf Moskau am Wahltag: Raffinerie in Flammen
Quellen (14)
- ZDFheute: Moskau-Angriff zur Parlamentswahlzdfheute.de
- Sputnik via GlobalSecurity: Sobjanin zum größten Drohnenangriffglobalsecurity.org
- The Tribune: Moskau wehrt über 1.600 Drohnen abtribuneindia.com
- Al Jazeera: Drei Tote im Gebiet Moskaualjazeera.com
- PBS News: Größter Drohnenangriff auf Moskaupbs.org
- Ukrainska Prawda: Moskauer Ölraffinerie in Brandpravda.com.ua
- The Moscow Times: Wahl als Test der Kriegsunterstützungthemoscowtimes.com
- Al Jazeera: Wahlergebnis der Duma-Wahlaljazeera.com
- Kyiv Independent: Drohnenangriff auf Moskau im März 2025kyivindependent.com
- Kyiv Independent: Angriff auf Kyjiw am 8. Septemberkyivindependent.com
- WRR Ukraine: Lage in der Ukraine, 24. September 2026wrru.org
- Meduza: Bürogebäude in Kyjiw getroffenmeduza.io
- Ukrinform: Sieben Tote und 57 Verletzte in Kyjiwukrinform.net
- Kyiv Post: Drohnenangriffe auf Kyjiw am 25. Septemberkyivpost.com
Putin hatte die Duma-Wahl als Beweis ausgegeben, dass Millionen Russen hinter den Soldaten stehen. Am letzten Wahltag, dem 20. September 2026, erlebte Moskau den größten ukrainischen Drohnenangriff seit Kriegsbeginn. Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von einem beispiellosen Angriff, der die Wahl habe stören sollen. Dem Feind sei das nicht gelungen, erklärte er.
Die dreitägige Wahl als Kulisse
Russland wählte vom 18. bis 20. September sein neues Parlament, die Staatsduma. Es war die erste Duma-Wahl seit dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Putin hatte vor der Abstimmung erklärt, das Votum werde zeigen, dass Millionen hinter den Soldaten stehen.
Sobjanin meldete, seit Samstag, dem 19. September, seien über 1.600 Drohnen an allen Verteidigungslinien abgefangen worden, 450 davon im Anflug auf Moskau. Die 1.600 beziehen sich also nicht allein auf die Hauptstadt. Das russische Verteidigungsministerium nannte eine niedrigere Zahl: 1.110 abgeschossene Drohnen über Russland, der Krim und dem Schwarzen Meer. Unabhängig überprüfen lassen sich beide Angaben nicht.
Raffinerie in Flammen, drei Tote im Gebiet Moskau
Mehrere Drohnen erreichten nach Sobjanins Angaben die Moskauer Ölraffinerie im Stadtbezirk Kapotnja, eine traf ein Wohnhaus. Die Raffinerie des Konzerns Gazprom Neft geriet in Brand; sie deckt laut Ukrainska Prawda rund 40 Prozent des Moskauer Treibstoffmarkts. Andrej Worobjow, Gouverneur des Gebiets Moskau, meldete zunächst zwei Tote, später starb ein dritter Mensch an seinen Verletzungen. Etwa 20 Menschen wurden verletzt, darunter drei Kinder.
Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte den Angriff. Getroffen worden seien eine der wichtigsten Anlagen der russischen Ölindustrie und ein Logistikstandort. Neben Drohnen habe die Ukraine eigene Raketen der Typen Flamingo und Pelikan eingesetzt. Die Ziele stünden für Milliarden, mit denen Russland seine Kriegsmaschinerie finanziere, sagte Selenskyj.
Von 91 auf 450 Drohnen vor Moskau in 18 Monaten
Der bis dahin größte Angriff auf die Hauptstadtregion lag im März 2025. Damals meldete das russische Verteidigungsministerium 337 abgeschossene Drohnen, 91 davon über dem Gebiet Moskau. Die 450 Drohnen, die Sobjanin nun allein im Anflug auf Moskau zählte, sind rund fünfmal so viele. Auch die Zahl des Verteidigungsministeriums für ganz Russland liegt mit 1.110 gut dreimal über der vom März 2025. In anderthalb Jahren hat die Ukraine die Masse ihrer Drohnenangriffe auf das russische Kernland damit deutlich gesteigert.
Russische Angriffe auf ukrainische Städte im September
Russland griff im September seinerseits ukrainische Städte und Infrastruktur an. Am 5. September setzte es laut dem Hilfsprojekt WRR Ukraine 167 Drohnen und ballistische Raketen ein. Am frühen Morgen des 8. September starben in Kyjiw und Umgebung fünf Menschen, 35 wurden verletzt. Am 10. September tötete ein Drohnenangriff in Pawlohrad im Gebiet Dnipropetrowsk vier Menschen und verletzte mehr als 60, darunter drei Jugendliche. Am 12. September kombinierte Russland 129 Drohnen mit ballistischen Raketen vom Typ Iskander-M oder KN-23 und acht Kalibr-Marschflugkörpern; landesweit starben elf Menschen, 96 wurden verletzt.
Auch Handel und Logistik geraten stärker ins Visier. Die UN-Menschenrechtsbeobachtermission zählte im August 32 Angriffe auf große Unternehmen aus Lebensmittelhandel, Einzelhandel und Logistik, nach elf im Juli. Am 13. September zerstörte eine russische Rakete das Sortierzentrum der Handelskette EVA in Odessa.
Kyjiw am 25. September: sieben Tote an einem Tag
Fünf Tage nach dem Angriff auf Moskau traf eine russische Drohne am 25. September ein Bürogebäude im Kyjiwer Bezirk Solomjanskyj. Mindestens vier Menschen kamen ums Leben, sieben wurden verletzt, darunter ein Kind. Ein weiterer Einschlag beschädigte ein Rechenzentrum des Internetanbieters Datagroup; das Unternehmen meldete, seine Mitarbeiter seien unverletzt und der Betrieb laufe über Reservestandorte weiter. Die Drohnenangriffe hielten den ganzen Tag an. Am Abend meldete Bürgermeister Vitali Klitschko sieben Tote und 57 Verletzte in der Hauptstadt, darunter zwei Kinder.
Rekordsieg für Einiges Russland
Ob der Angriff am Wahltag die Stimmung in Russland beeinflusst hat, lässt sich nicht messen. Die Kremlpartei Einiges Russland kam laut vorläufigem Ergebnis der Zentralen Wahlkommission auf 57,86 Prozent der Listenstimmen. Die Antikriegspartei Jabloko war von der Wahl ausgeschlossen worden. Die Ukraine hat gezeigt, dass sie Moskau mit Hunderten Drohnen in einem einzigen Angriff erreicht, auch an dem Tag, an dem der Kreml Geschlossenheit vorführen wollte.
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