Messi bricht Kloses Rekord: 18 WM-Tore in Dallas
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Messi bricht Kloses Rekord: 18 WM-Tore in Dallas

Auf den Tag genau 40 Jahre nach Maradonas 'Hand Gottes' erzielte Lionel Messi seinen 17. und 18. WM-Treffer gegen Österreich und überholte Miroslav Kloses Bestmarke. Das Turnier, das diese Leistung rahmt, gilt gleichzeitig bei Klimaforschern als das umweltschädlichste Sportereignis aller Zeiten.

23. Juni 2026, 0:40 Uhr 781 Wörter · 4 Min. Lesezeit

In der 38. Spielminute im AT&T Stadium in Dallas traf Lionel Messi zum 1:0 gegen Österreich und wurde alleiniger WM-Rekordtorschütze aller Zeiten: Mit 17 Treffern ließ er Miroslav Kloses Bestmarke hinter sich. In der Nachspielzeit erhöhte der 38-Jährige auf 2:0 und 18 WM-Tore insgesamt. Den Rahmen für diesen Abend bildet ein Turnier, das Klimaforscher als das umweltschädlichste Sportereignis der Geschichte einstufen.

Der Rekord, den niemand für möglich hielt

Miroslav Klose schloss seine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft mit 16 WM-Treffern ab: fünf beim Turnier 2002 in Japan und Südkorea, fünf 2006 im eigenen Land, vier 2010 in Südafrika, zwei beim letzten Turnier 2014 in Brasilien. Der deutsche Weltmeister von 2014 schien damit eine Bestmarke gesetzt zu haben, die auf Jahrzehnte unerreichbar bleibt.

Für Messi, der die WM 2026 als sechste und voraussichtlich letzte Teilnahme angetreten hat, war der Rekord kein garantiertes Ziel. Vor diesem Turnier hatte er in fünf Weltmeisterschaften 13 Tore erzielt. Im Auftaktspiel gegen Algerien traf er am 17. Juni dreimal und zog mit Klose gleich. Fünf Tage später, in der 38. Minute in Dallas, fiel der Rekord: Das Tor zum 1:0 gegen Österreich war sein 17. WM-Treffer. In der Nachspielzeit erhöhte er selbst auf 2:0 und auf insgesamt 18 WM-Tore.

Das Datum trug seinen eigenen Symbolismus. Am 22. Juni 1986 erzielte Diego Maradona in der Partie Argentinien gegen England erst das berüchtigte Handtor und kurz darauf mit einem seiner schönsten Soli der WM-Geschichte den zweiten Treffer. Vier Jahrzehnte später vollendete Messi, was sein Landsmann begann: die argentinische Herrschaft über die WM-Geschichte.

Kloses Abgang mit Würde

Miroslav Klose reagierte auf den Rekordverlust, wie der deutsche Fußball ihn kennt: nüchtern und großzügig. "Ich habe doch immer gesagt, der Messi ist kein Schlechter", sagte der 48-Jährige der Süddeutschen Zeitung. Gegenüber Eurosport ergänzte er: "Lionel Messi ist für mich der beste Fußballer aller Zeiten. Herzlichen Glückwunsch, Champion."

Sportlich sicherte Argentinien mit dem Sieg in Gruppe J den vorzeitigen Einzug ins Sechzehntelfinale. Die Albiceleste, amtierender Weltmeister, gilt als Titelkandidat. Messis zwei Treffer gegen Österreich sind für Argentinien mehr als Statistik: Sie zeigen, dass der 38-Jährige trotz seines Alters mit einer Wirkung spielt, die jüngere Mannschaften vor strukturelle Probleme stellt.

200 Tonnen CO2 am ersten Spieltag

Während Argentinien jubelt, schreibt dieses Turnier in einer anderen Statistik Rekorde. Das New Weather Institute, ein britisches Forschungsinstitut, das FIFA-Klimaziele kritisch begleitet, beziffert die Gesamtemissionen der WM 2026 auf mindestens neun Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Zum Vergleich: Die FIFA selbst gab die Emissionen der WM 2018 in Russland mit rund 2,1 Millionen Tonnen an. Andrew Simms vom New Weather Institute sagte, es gebe "keinerlei Zweifel daran, dass die WM 2026 die umweltschädlichste aller Zeiten" werde.

FIFA-Chef Gianni Infantino trägt zu dieser Bilanz persönlich bei. Nach Recherchen des Spiegel reist Infantino täglich mit einem von Qatar Airways bereitgestellten Privatjet des Typs Gulfstream G650ER zwischen den WM-Spielorten. Allein am ersten Spieltag verursachte diese Reisestrategie laut dem Schweizer Medium 20 Minuten rund 200 Tonnen CO2. Im Verlauf der Gruppenphase wird der Jet dem Bericht zufolge insgesamt rund 230.000 Liter Kerosin verbrauchen.

John Hocevar von Greenpeace USA kommentierte: "Dass Führungskräfte täglich mit stark umweltbelastenden Privatjets fliegen, vermittelt nicht gerade das Signal, dass die FIFA die Ursache des Klimawandels erkennt oder ihre Verantwortung, Teil der Lösung zu sein."

48 Teams, Saudi Aramco und das Greenwashing-Problem

Die strukturellen Ursachen liegen tiefer als Infantinos Reisestil. Die WM 2026 ist erstmals mit 48 statt 32 Teams und 104 statt 64 Spielen ausgetragen, verteilt auf drei Gastgeberländer. Das bedeutet mehr Spielstätten, mehr Reisewege zwischen den Kontinenten und damit höhere Emissionen. Unterkünfte, Merchandising und Gastronomie kommen laut New Weather Institute noch mit 1,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten hinzu.

Besonders kritisieren Umweltorganisationen die Partnerschaft mit Saudi Aramco, dem staatlichen Ölkonzern Saudi-Arabiens und einem der weltgrößten Produzenten fossiler Brennstoffe. Das New Weather Institute schätzt, dass diese Kooperation, gemessen an den Scope-3-Emissionen aus dem von Saudi Aramco geförderten Öl. Emissionen von bis zu 30 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten mit sich bringen könnte, die nicht in den direkten Turnier-Emissionen enthalten sind. Die FIFA hatte öffentlich erklärt, ihre Emissionen bis 2030 um 50 Prozent senken und bis 2040 klimaneutral sein zu wollen. Greenpeace bezeichnet diese Strategie als Greenwashing.

Argentinien im Sechzehntelfinale, FIFA unter Druck

Für Argentinien beginnt mit dem Sechzehntelfinale die K.O.-Phase, in der Messi zum dritten WM-Titel führen könnte. Ob ihm ein 19. oder 20. WM-Tor noch gelingt, hängt davon ab, wie weit die Albiceleste kommt.

Für FIFA und Gastgeberverbände bleibt die klimapolitische Debatte unabhängig vom sportlichen Verlauf bestehen. Die Organisation steht vor einer parlamentarischen Befragung durch das EU-Parlament im Herbst 2026, bei der die Nachhaltigkeitsstrategie konkret bewertet werden soll. Das Turnier, das Messi zu einem der größten Momente der Fußballgeschichte verhalf, hinterlässt einen CO2-Fußabdruck, der alle vorherigen Rekorde sprengt. Beide Rekorde stehen.

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