Iran trifft Kuwait und VAE: Neue Front im Golfkrieg
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Iran trifft Kuwait und VAE: Neue Front im Golfkrieg

Am 3. September beschoss Iran die Militärbasen Kuwaits und der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Angriffe auf Al-Jaber und Al Minhad markieren eine neue geografische Ausweitung des Konflikts.

Quellen (8)
  1. Al Jazeera -- US attacks Iran September 1aljazeera.com
  2. France24 -- Iran attacks US targets September 3france24.com
  3. NBC News -- US launched large strikes on Irannbcnews.com
  4. CNBC -- Two tankers hit Hormuz minescnbc.com
  5. Axios -- US strikes Iran oil tankers for first timeaxios.com
  6. RFERL -- Iran live blogrferl.org
  7. Wikipedia -- Angriffe im Iran-Krieg 2026en.wikipedia.org
  8. Just Security -- Early Edition September 3justsecurity.org
4. September 2026, 4:12 Uhr700 Wörter · 4 Min. Lesezeit

In der Nacht zum 3. September haben iranische Raketen und Drohnen die Ahmed Al-Jaber Air Base in Kuwait und die Al-Minhad-Basis in den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen. Beide Basen beherbergen US-Truppen und Verbündete. Kuwait bezeichnete die Angriffe als „flagrante iranische Aggression“ und rief seinen Botschafter aus Teheran zurück. Iran hatte kuwaitische Ziele bereits seit Ende Februar 2026 angegriffen und die Ausweitung auf die VAE ist neu. Der Ölpreis stieg auf ein Fünf-Wochen-Hoch.

Vergeltung für den Hochzeitsangriff

Der unmittelbare Auslöser für die Angriffe vom 3. September war ein US-Luftschlag in der Nacht zum 1. September. Als Teil der größten US-Militäroperation seit dem 29. Juli, rund 100 Ziele entlang der iranischen Küste gleichzeitig, traf eine Bombe ein Haus in Kuhestak, einer Küstenortschaft nahe Bandar Sirik, in dem gerade ein Hochzeitsfest stattfand. Das Iranische Rote Halbmond meldete vier bis fünf Tote, darunter zwei Frauen und zwei Kinder, sowie 50 bis 70 Verletzte. Insgesamt starben laut iranischer Seite mindestens 18 Menschen bei den US-Angriffen vom 30. August bis 2. September.

IRGC-Chef Ahmad Vahidi schwor öffentliche Vergeltung: „Das reine Blut dieser unterdrückten Märtyrer wird nicht unbeantwortet bleiben.“ US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete sich als „äußerst skeptisch“ gegenüber den iranischen Berichten über Zivilopfer und nannte den Konflikt auffällig „kleinen Krieg”, trotz des Kriegsgebärens beider Seiten.

Warum Kuwait und die VAE jetzt Ziel werden

Die Angriffe auf Kuwait und die VAE folgen einer iranischen Eskalationslogik. Beide Staaten haben in den vergangenen Monaten ihre Zusammenarbeit mit US-Streitkräften vertieft und sich von iranischen Öllieferungen distanziert. Die VAE stoppten den Handelsverkehr mit Iran bereits im August, nachdem zwei iranische Raketen auf ihrem Gebiet eingeschlagen waren. Kuwait beherbergt seit Jahrzehnten US-Truppen, darunter in Camp Arifjan und der Al-Jaber-Basis.

Iran signalisiert damit, dass es bereit ist, seine Nachbarn für deren Kooperation mit Washington direkt zu bestrafen, eine Drohung, die gesamte Golfarchitektur destabilisiert. Katar, das als möglicher Vermittler gilt und die Basis Al Udeid beheimatet, verurteilte die Angriffe als Völkerrechtsverstoß, ohne selbst angegriffen zu werden.

Netanjahu nannte den Iran „Schwächer als je zuvor“ und bezeichnete den Sturz des iranischen Regimes als „zentrale Aufgabe“. Ob diese Einschätzung zutreffend ist, lässt sich an der Straße von Hormuz ablesen: Nur noch sechs Schiffe pro Tag passieren die Meerenge, verglichen mit normalerweise 20 bis 25 Tanker täglich. Zwei Tanker wurden am 2. September von Seeminen getroffen.

Die Wirtschaft des Krieges

Seit dem 1. September haben die Ereignisse den Rohmarkt neu sortiert. US-Streitkräfte haben erstmals iranische Regierungstanker direkt beschossen, die sogenannte „Tanker für Tanker“-Politik, die Trump im Sommer angekündigt hatte, ist Realität geworden. Zwei Tanker, die iranisches Öl transportierten, wurden mit Hellfire-Raketen angegriffen. Der Iran-Öl-Export, zu etwa 90 Prozent von China abgenommen und damit bisher weitgehend sanktionsresistent, gerät unter direkten militärischen Druck.

US-Finanzminister Scott Bessent hatte beim G20-Treffen in Asheville am 1. September angekündigt, wöchentlich neue Bankensanktionen zu verhängen. Zusammen mit den jetzt erweiterten militärischen Operationen versuchen die USA, Iran auf zwei Ebenen gleichzeitig zu treffen: finanziell und militärisch. Ob diese Doppelstrategie Teheran zur Verhandlung zwingt oder zur weiteren Eskalation provoziert, ist offen.

Trumps Berater drängten intern darauf, die Eskalation vor den US-Zwischenwahlen zu begrenzen. Trump selbst drohte öffentlich mit einem „viel härteren und höheren Niveau“ der Angriffe, sollte Iran weiter reagieren. Die Lücke zwischen diesen Positionen ist nicht klein.

Bis zur nächsten Schwelle

Die geografische Ausweitung auf Kuwait und die VAE ist qualitativ neu, weil sie US-Verbündete auf arabischem Boden trifft, die bisher nicht direkt im Feuer standen. Iran hat seit dem 1. September auch Jordanien mit 13 ballistischen Raketen angegriffen, von denen zehn abgefangen wurden. Bahrains Basis Sheikh Isa und Einrichtungen in Erbil wurden ebenfalls getroffen.

Der Mechanismus des Konflikts folgt einem Muster: Jede US-Operation löst eine iranische Reaktion aus, die wiederum eine US-Antwort provoziert, jedes Mal mit etwas weiterem geografischen Radius. Was als Angriff auf iranische Militäranlagen begann, hat sich auf Jordanien, Bahrain, Kuwait und die VAE ausgeweitet. Die nächste Schwelle wäre Saudi-Arabien oder ein direkter Treffer auf US-Personal. Ob das tatsächlich passiert, hängt davon ab, ob eine der Seiten die Eskalationsspirale bewusst unterbricht oder ob die innenpolitischen Dynamiken beider Hauptakteure das nicht zulassen.

Korrektur 17. September, 19:41 Uhr: Drei Angaben berichtigt. Die Angriffe auf Kuwait waren nicht die ersten seit 1990 - Iran hatte kuwaitische Ziele schon ab Ende Februar 2026 beschossen; zudem war Iran im Golfkrieg 1990 nicht der Angreifer. Das Handelsembargo der VAE folgte auf iranische Raketeneinschläge auf eigenem Gebiet, nicht in erster Linie auf US-Druck. Und Chinas Anteil an den iranischen Ölexporten liegt bei rund 90 Prozent.

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