Havertz schießt Arsenal zum ersten Titel seit 2004
Arsenal hat die Premier League zum letzten Mal 2004 gewonnen, mit dem ungeschlagenen Team von Arsène Wenger. Seitdem folgten zwei Jahrzehnte als Titelkandidat ohne Krone: dreimal Zweiter in Folge, dreimal an Manchester City gescheitert. Am 19. Mai 2026 endete diese Serie. Manchester City spielte 1:1 beim AFC Bournemouth, Arsenal war nicht mehr einzuholen. Das entscheidende Tor hatte einen Tag zuvor Kai Havertz gesetzt, nach monatelanger Verletzungspause, im Heimspiel gegen den FC Burnley.
Dreimal Zweiter, dann Meister
Arsenal hatte den Titelgewinn zuletzt dreimal in Folge verpasst, stets als Vizemeister hinter Manchester City. Trainer Mikel Arteta, der den Klub seit 2019 leitet, hatte das Team aus der unteren Tabellenhälfte zu einem konsistenten Titelanwärter entwickelt, ohne den letzten Schritt zu schaffen. In der Saison 2025/26 gelang dieser letzte Schritt.
Das Team schloss nach 37 absolvierten Spielen mit 82 Punkten an der Tabellenspitze ab. Havertz, 26 Jahre alt und Deutschlands Nationalspieler, war dabei kein durchgängiger Stammspieler. Er hatte die Hinrunde nach einer Knieverletzung beim Saisoneröffnungsspiel verpasst und kam in der gesamten Premier-League-Saison nur auf zehn Ligaeinsätze. Dass er in der entscheidenden Phase traf, gehört zu jenen Momenten, für die Fußball bekannt ist.
Arteta gilt laut mehreren britischen Medien als jüngster Cheftrainer, dem ein Premier-League-Titel gelang, seit José Mourinho 2005 mit dem FC Chelsea triumphierte. Havertz selbst hatte bereits 2021 als Spieler des FC Chelsea den Champions-League-Titel gewonnen. Für Havertz ist es nach dem Champions-League-Triumph 2021 der zweite große Titelgewinn auf Klubebene.
Die Nacht, in der City nicht gewann
Die Titelentscheidung fiel in zwei Spielen, die direkt nichts miteinander zu tun hatten. Arsenal gewann am 18. Mai zu Hause 1:0 gegen Burnley; Havertz traf in der 36. Minute der ersten Spielhälfte. Manchester City spielte am nächsten Tag beim AFC Bournemouth und brachte das Spiel nicht über ein 1:1 hinaus. Damit war Arsenal mit einem Spieltag Vorsprung nicht mehr einholbar, Meister nach zwei Jahrzehnten Wartezeit.
Havertz, gebürtiger Aachener, spielt seit dem Sommer 2023 für Arsenal. Er hat die WM 2026 fest im Blick. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat ihn für das Aufgebot vorgesehen. Sein Tor zum Meistertitel ist kein schlechter Bewerbungsauftritt für das Turnier in Nordamerika, das im Juni beginnt.
Heute Abend in Berlin
Während London feiert, steht in Berlin das Finale des deutschen Vereinsfußballs bevor. Um 20 Uhr treffen sich im Olympiastadion Bayern München und der VfB Stuttgart im Endspiel um den DFB-Pokal. Für Bayern, das in dieser Saison keinen Bundesligatitel gewann, ist es die letzte Chance auf eine Trophäe. Für Stuttgart, das in den vergangenen Jahren zu einem der überraschendsten Bundesliga-Klubs aufgestiegen ist, die Gelegenheit auf den ersten Pokaltitel seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Das Olympiastadion, erbaut 1936 und 2006 Austragungsort des WM-Finals, ist mit rund 74.000 Plätzen ausverkauft. Es ist der letzte große Termin im deutschen Klubkalender vor der Weltmeisterschaft.
Budapest am 30. Mai
Für Arsenal ist der Mai noch nicht vorbei. Am 30. Mai spielen die Londoner im Champions-League-Finale in der Puskás Aréna in Budapest gegen Paris Saint-Germain. PSG hatte vergangenes Jahr den Titel gewonnen und tritt als Titelverteidiger an. Arsenal stand zuletzt 2006 im Champions-League-Finale; damals verloren sie 2:1 gegen den FC Barcelona.
Havertz wird voraussichtlich zum Aufgebot gehören. Sollte Arsenal auch den europäischen Titel gewinnen, wäre es ein Double, das der Klub in seiner Geschichte noch nie geschafft hat. Bis Budapest bleiben sieben Tage. Für den Deutschen an Arsenals Seite eine zweite Chance auf Geschichte.
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