Irans Raketen treffen US-Basen in Kuwait und Bahrain
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Irans Raketen treffen US-Basen in Kuwait und Bahrain

Die iranischen Revolutionsgarden haben am Freitag sieben ballistische Raketen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain abgefeuert. Die USA hatten zuvor vier iranische Drohnen über der Hormusstraße abgeschossen und danach iranische Radaranlagen an der Küste angegriffen.

6. Juni 2026, 9:02 Uhr 927 Wörter · 5 Min. Lesezeit

Sieben ballistische Raketen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain: Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben am Freitag die bislang direkteste militärische Herausforderung der Waffenruhe vom April geflogen. Dem Angriff vorausgegangen waren amerikanische Vergeltungsschläge auf iranische Küstenradaranlagen, nachdem das US-Militär vier iranische Drohnen über der Hormusstraße abgeschossen hatte. Während US-Präsident Donald Trump für dieses Wochenende einen Friedensdeal ankündigt, hält Irans Außenminister Abbas Araghchi dagegen: kein spürbarer Fortschritt in den Verhandlungen.

5. Juni: Vier Phasen einer Eskalationsspirale

Die Ereignisse folgten einer schnellen Abfolge gegenseitiger Schläge. Am frühen Morgen startete der Iran vier Drohnen in Richtung der Hormusstraße. Das US-Zentralkommando CENTCOM meldete, die Drohnen hätten eine unmittelbare Bedrohung für den Schiffsverkehr dargestellt und seien abgeschossen worden. Als Reaktion griffen US-Streitkräfte iranische Küsten-Überwachungsradaranlagen an der Meerenge an. Radio Free Europe zufolge zielten die Schläge auf Anlagen, die IRGC-Marine zur Beobachtung des Schiffsverkehrs einsetzt.

Den amerikanischen Gegenschlag auf die Radarstationen beantworteten die Revolutionsgarden mit einem Raketenvolley: sieben ballistische Raketen, ausgerichtet auf den Ali-Al-Salem-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait und auf den Hauptsitz der US-5th-Fleet in der Inselrepublik Bahrain. Das Pentagon bestätigte, sechs der sieben Raketen abgefangen zu haben. Die siebte habe ihr Ziel aus eigener Kraft nicht erreicht. Eigene Verluste gab es nach amerikanischen Angaben nicht. Die IRGC behauptete, das Hauptquartier der 5th Fleet beschädigt zu haben. CENTCOM widersprach dieser Darstellung.

Was Ali Al Salem und die 5th Fleet bedeuten

Ali Al Salem ist nicht beliebig gewählt. Der kuwaitische Stützpunkt, auf dem die 386th Air Expeditionary Wing der US Air Force stationiert ist, dient als zentrale Logistik- und Luftoperationsbasis für Einsätze im Iran-Krieg. Schon am 6. April wurden dort bei einem iranischen Drohnenangriff 15 US-Soldaten verwundet. Der Wechsel von Drohnen zu ballistischen Raketen in der jüngsten Angriffswelle ist damit keine Eskalation ins Unbekannte, sondern eine gezielte Steigerung gegen ein schon bekanntes Ziel.

Die 5th Fleet in Bahrain ist noch zentraler: Das Hauptquartier in Manama koordiniert US-Marineoperationen in einem Seegebiet von rund 2,5 Millionen Quadratmeilen, das Arabischen Golf, Rotes Meer, Golf von Oman und Teile des Indischen Ozeans umfasst. Schon am 28. Februar hatte Iran Drohnen auf die Basis gelenkt und US-Marinepersonal zur temporären Evakuierung gezwungen. Araghchi hatte wenige Tage vor dem Freitag angekündigt, US-Stützpunkte, von denen aus Angriffe auf iranisches Territorium gestartet werden, seien legitime militärische Ziele. Der Angriff auf Ali Al Salem und die 5th Fleet setzte diese Ankündigung direkt um.

Für Kuwait und Bahrain bedeutet das eine zunehmend unhaltbare Lage: Als US-Verbündete gelten sie im iranischen Narrativ als Mitverantwortliche des Kriegs. Kuwait-Stadt hatte nach dem Drohnenangriff auf den Flughafen am 3. Juni den kommerziellen Flugverkehr aussetzen müssen. Damals kam eine Person ums Leben.

Die Waffenruhe und ihre tatsächliche Substanz

Formal gilt die vom Pakistan vermittelte Waffenruhe vom 8. April, von Trump am 21. April auf unbestimmte Zeit verlängert. Ende Mai berichteten Medien über ein mögliches Memorandum of Understanding für eine 60-tägige Verlängerung. Weder Washington noch Teheran bestätigten das Dokument.

Seitdem haben beide Seiten weiter angegriffen. ZDF Heute bezeichnete den Freitag als eines der schwersten Gefechte zwischen USA und Iran seit dem Waffenstillstand im April. Was beide Seiten als Waffenruhe bezeichnen, ist in der Praxis eine Situation, in der reguläre Angriffe stattfinden, jedoch keine Hauptoffensiven wie im März. Trump nennt die Verhandlungen laufend und erfolgversprechend. Araghchi sieht keinen spürbaren Fortschritt. Iran verknüpft jeden Abschluss mit einer Bedingung, die Washington nicht unilateral erfüllen kann: ein Ende der israelischen Operationen im Libanon.

Trumps Frist und die offene Kernfrage

Trump deutete am Freitag an, möglicherweise könne bis zum Wochenende ein Abkommen unterzeichnet werden. Gemeint ist nach allem, was aus den Verhandlungen bekannt ist, kein dauerhafter Frieden, sondern ein erweitertes Rahmenabkommen. Die entscheidende offene Frage bleibt Irans Bestand an hochangereichertem Uran. Washington besteht auf einem Abtransport aus dem Land; Teheran lehnt das als inakzeptable Bedingung ab.

Das US-Repräsentantenhaus hatte am 3. Juni mit 215 zu 208 Stimmen eine Entschließung nach dem War Powers Resolution Act verabschiedet, die weiteren Kriegshandlungen ohne Kongresszustimmung entgegenstehen würde. Trump ignorierte die Abstimmung; der Senat hatte die Resolution nicht mitgetragen.

Pakistan vermittelt weiterhin. Das Wochenende, das Trump als mögliche Abschlussfrist nannte, beginnt heute. Die sieben Raketen des Freitags haben es deutlich weiter in die Ferne gerückt.

Update 7. Juni, 05:15 Uhr: Pakistans Innenminister Mohsin Naqvi ist am Samstagabend in Teheran eingetroffen, zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen. Er überbrachte persönliche Botschaften von Premierminister Shehbaz Sharif und Feldmarschall Asim Munir direkt an Irans Obersten Führer Khamenei. In Teheran traf Naqvi Innenminister Eskandar Momeni und Außenminister Abbas Araghchi. Parallel drohte General Mohsen Rezaei, Militärberater des Obersten Führers, den Konflikt auf das Rote Meer, den Indischen Ozean und das Mittelmeer auszuweiten, falls die US-Seeblockade nicht aufgehoben werde. Als Verhandlungsgrundlage bezifferte Teheran die Forderung nach Freigabe eingefrorener Guthaben auf 24 Milliarden Dollar.

Quellen (21)

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