DAX
S&P 500
NASDAQ
Dow Jones
MSCI World
Gold
Silber
Brent
BTC
Apple
Microsoft
NVIDIA
Amazon
Alphabet
Meta
Berkshire
Broadcom
Tesla
TSMC
← Zurück zur Übersicht
Good News
Lungenkrebs-Früherkennung jetzt Kassenleistung für Raucher

Lungenkrebs-Früherkennung jetzt Kassenleistung für Raucher

Seit dem 1. April 2026 haben Hochrisikoraucher in Deutschland Anspruch auf ein jährliches Niedrigdosis-CT zur Lungenkrebsfrüherkennung, vollständig übernommen von der gesetzlichen Krankenkasse. Das Screening kann bis zu sechs von tausend Rauchern das Leben retten.

11. April 2026, 6:19 Uhr 580 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Lungenkrebs ist in Deutschland die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen: Rund 57.000 Menschen erkranken jährlich, etwa 45.000 sterben daran. Der Grund für die hohe Sterblichkeit ist, dass die Krankheit meist erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird, wenn eine Heilung kaum noch möglich ist. Seit dem 1. April 2026 gibt es ein neues Instrument, das ändern soll: das Lungenkrebsscreening per Niedrigdosis-Computertomografie, ab sofort Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wer hat Anspruch auf das Screening?

Berechtigt sind gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht und dabei mindestens 15 Packungsjahre angesammelt haben. Ein Packungsjahr entspricht dem Konsum einer Schachtel Zigaretten täglich über ein Jahr. Wer seit weniger als zehn Jahren nicht mehr raucht, ist ebenfalls anspruchsberechtigt. Insgesamt deckt das Programm nach Schätzungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) rund 60 Prozent aller potenziellen Lungenkrebsfälle ab.

Der Ablauf ist denkbar einfach: Die Versicherten wenden sich an eine allgemeinmedizinische oder internistische Praxis, die am Screening teilnimmt. Dort werden sie über Nutzen und mögliche Risiken aufgeklärt und bei Eignung in eine zertifizierte Radiologiepraxis überwiesen. Das CT selbst dauert wenige Minuten und ist mit sehr geringer Strahlenbelastung verbunden.

Wie viele Leben kann das Programm retten?

Laut G-BA-Beschluss kann eine regelmäßige jährliche Untersuchung über zehn Jahre hinweg fünf von tausend Frauen und sechs von tausend Männern vor dem Tod durch Lungenkrebs bewahren. Konkret: Von 1.000 berechtigten Frauen, die regelmäßig teilnehmen, sterben innerhalb von zehn Jahren 19 an Lungenkrebs. Ohne Screening wären es 24 von 1.000. Bei Männern sinkt die Zahl von 29 auf 23.

Das klingt nach kleinen Zahlen, ist es aber in der Breite nicht. Allein in Deutschland gibt es nach Schätzungen mehrere Millionen Menschen, die Kriterien erfüllen. Wenn auch nur ein Bruchteil von ihnen regelmäßig teilnimmt, lässt sich die Zahl der Lungenkrebstodesfälle in Deutschland messbar senken.

Warum kommt das Programm erst jetzt?

Die USA und mehrere europäische Länder bieten das Lungenkrebsscreening seit Jahren an. In Deutschland hat die Einführung länger gedauert, weil der G-BA zunächst umfangreiche Qualitätssicherungsmaßnahmen definieren wollte, um Falschalarm-Diagnosen zu minimieren. Das Programm enthält deshalb strenge Anforderungen an die Radiologiepraxen: Spezielle Qualifikationen, zertifizierte CT-Geräte und KI-gestützte Software zur computerassistierten Erkennung sind Pflichtvoraussetzungen für eine Teilnahme.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hatte in früheren Studien gezeigt, dass auch für ehemalige Raucher eine risikoadaptierte Screening-Strategie sinnvoll ist: Je nach individuellem Risikoprofil profitieren manche Gruppen deutlich stärker als andere. Diese Erkenntnisse flossen in die Ausgestaltung der neuen Kassenleistung ein.

Wie geht es weiter?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Vergütung der beteiligten Praxen bereits beschlossen. Das Screening ist damit vollständig in die Regelversorgung integriert. Das DKFZ empfiehlt, das Programm in den nächsten Jahren auf weitere Risikogruppen auszuweiten, etwa auf Menschen mit bestimmten Berufsexpositionen wie Asbest oder Radon. Bis Ende 2026 soll eine erste Evaluation der Teilnahmequoten vorliegen.

Weitere Artikel

Politik

AfD erstmals stärkste Kraft im ZDF-Politbarometer

Zum ersten Mal seit Bestehen des ZDF-Politbarometers liegt die AfD in dieser Traditionsumfrage an erster Stelle. Treiber ist die Energiekrise: Die Koalition aus CDU und SPD verliert Vertrauen, weil ihre Entlastungsmaßnahmen bei hohen Spritpreisen als unzureichend wahrgenommen werden.

6 Quellen 4 Min. Lesezeit
Politik

Tankrabatt erst ab Mai: Bundesrat am 24. April

Der 17-Cent-Tankrabatt tritt nicht sofort in Kraft. Bundestag berät heute den Gesetzentwurf, der Bundesrat stimmt am 24. April in einer Sondersitzung ab. Erst ab 1. Mai gelten günstigere Kraftstoffpreise. Ob die Konzerne mitspielen, ist offen.

8 Quellen 4 Min. Lesezeit
Investigativ

Parteispenden in Deutschland: Wie Konzerne politischen Einfluss finanzieren

Deutschland hat das großzügigste Parteispendensystem Europas. Ohne Obergrenze, ohne unabhängige Kontrolle und mit einer Transparenzlücke, die 62 Prozent aller Zuwendungen unsichtbar macht. Eine Analyse der Zahlen, Schlupflöcher und Profiteure.

15 Quellen 11 Min. Lesezeit
Wirtschaft

Pilotenstreik ab Ostermontag: Vereinigung Cockpit legt Lufthansa-Gruppe lahm

Die Vereinigung Cockpit ruft Piloten von Lufthansa, Cargo, CityLine und Eurowings für Ostermontag und Dienstag in den Ausstand. Streitpunkt ist die betriebliche Altersversorgung, für die Lufthansa bei zwei der vier betroffenen Airlines kein Angebot vorgelegt hat.

10 Quellen 4 Min. Lesezeit
Wirtschaft

Lufthansa-Kabinenpersonal streikt am Freitag: UFO legt Flugbetrieb lahm

Die Gewerkschaft UFO ruft das Kabinenpersonal von Lufthansa und Cityline am Freitag zu einem ganztägigen Streik auf. Betroffen sind Abflüge von neun deutschen Flughäfen, darunter Berlin-Brandenburg.

7 Quellen 4 Min. Lesezeit
Unterstütze uns!