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International
Papst Leo XIV. in Algerien: Erstmals ein Papst im Maghreb

Papst Leo XIV. in Algerien: Erstmals ein Papst im Maghreb

Papst Leo XIV. bricht am Sonntag zur längsten Auslandsreise seines Pontifikats auf. Vier Länder in elf Tagen. und ein historisches Novum: Kein Papst hat je algerischen Boden betreten.

12. April 2026, 18:24 Uhr 648 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Papst Leo XIV. startet am Montag, den 13. April, vom Flughafen Fiumicino aus zu seiner dritten Auslandsreise. Elf Tage, vier Länder, 18 Flüge, 16.000 Kilometer. Der Auftakt in Algerien ist dabei mehr als ein protokollarischer Besuch: Es ist der erste Besuch eines amtierenden Papstes in der algerischen Geschichte.

Ein historischer Schritt nach Algier

Kein Papst hat Algerien je betreten. Das ändert sich am Montag, wenn Leo XIV. um 10 Uhr Ortszeit auf dem Flughafen Houari Boumédiène in Algier landet. Sein Programm für den ersten Tag ist dicht: Besuch am nationalen Märtyrer-Denkmal, Empfang durch Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune im Präsidentenpalast, Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft. Den Abend beschließt ein Besuch in der Großen Moschee von Algier. dem größten Gotteshaus Algeriens. und eine Begegnung mit der kleinen katholischen Gemeinschaft des Landes in der Basilika Unserer Lieben Frau von Afrika.

Algerien ist kein einfaches Gastgeberland für den Vatikan. Die Erinnerungen an den Bürgerkrieg der 1990er Jahre sind lebendig: Damals wurden 19 Ordensleute, darunter mehrere Trappisten-Mönche aus Tibhirine, ermordet. Die sieben Mönche aus dem Kloster von Tibhirine wurden 2011 seliggesprochen. Dass Leo XIV. ausgerechnet in Algerien seine Afrikareise beginnt, ist eine bewusste Geste der Verbundenheit mit einer Kirche, die unter schwierigen Bedingungen existiert.

Augustinus als persönlicher Bezug

Die zweite Station der Algerienvisite führt Leo XIV. nach Annaba, das antike Hippo Regius. die Stadt, in der Kirchenvater Augustinus von Hippo im vierten und fünften Jahrhundert wirkte und 430 n. Chr. starb. Der Papst besucht die Ausgrabungsstätte, ein Pflegeheim und trifft Mitglieder des Augustinerordens in einem privaten Gespräch. Die Verbindung ist persönlich: Leo XIV. war vor seiner Wahl zum Papst selbst Ordensmitglied der Augustiner-Eremitenbrüder und reiste als Ordensoberer zweimal nach Nordafrika.

Augustinus ist nicht irgendein Heiliger. Seine Schriften. allen voran die "Confessiones" und "De civitate Dei". gelten als Grundpfeiler der westlichen Theologie. Die Tatsache, dass Leo XIV. an seiner Wirkungsstätte Messe feiert, trägt eine klare Botschaft: Die Wurzeln des Christentums liegen nicht nur in Europa.

Klein, aber präsent: die Kirche in Algerien

Die katholische Gemeinschaft Algeriens umfasst nach Schätzungen von Kirche in Not und anderen Organisationen nur wenige zehntausend Menschen, überwiegend Migranten aus Subsahara-Afrika. Für sie bedeutet der päpstliche Besuch nach Angaben der Organisation eine "große Ermutigung". Staatsbürger können in Algerien nicht zum Christentum konvertieren; Missionierung ist verboten. Daran ändert der Papstbesuch nichts. aber er macht die Gemeinschaft sichtbar.

Die algerische Regierung wiederum empfängt den Papst als Signal. Algerien hat sich in den vergangenen Jahren als Akteur des interreligiösen Dialogs positioniert und pflegt diplomatische Beziehungen zum Vatikan seit Jahrzehnten. Ein Papstbesuch wertet das Land international auf.

Weiter nach Kamerun, Angola und Äquatorialguinea

Nach Algerien (13.-15. April) reist Leo XIV. nach Kamerun, anschließend nach Angola und abschließend nach Äquatorialguinea. Die Reise endet am 23. April. In allen vier Ländern wird der Papst auf unterschiedliche Realitäten treffen: Kamerun erlebt anhaltende Konflikte im englischsprachigen Teil des Landes, Angola trägt die Narben eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs, Äquatorialguinea gilt trotz Ölreichtums als eines der autoritärsten Länder Afrikas.

Für den Vatikan ist die Reise strategisch. Afrika ist der Kontinent mit dem stärksten Wachstum der Weltkirche: Heute leben rund 260 Millionen Katholiken auf dem Kontinent, Tendenz steigend. Gleichzeitig kämpfen afrikanische Kirchen oft mit Armut, Konflikten und dem Erbe kolonialer Strukturen. Leo XIV.s Besuch soll zeigen: Rom schaut hin.

Ausblick: Montag beginnt die Reise

Am Montag, den 13. April, landet Leo XIV. um 10 Uhr in Algier. Am 15. April fliegt er weiter nach Kamerun. Die Vatikan-Nachrichtenseite Vatican News überträgt die Reise live. Das erste päpstliche Bild auf algerischem Boden wird bereits am Montagnachmittag um die Welt gehen.

KI-gestützt erstellt

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