Trump verlässt NBC-Interview nach Wahlbetrugsvorwürfen
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Trump verlässt NBC-Interview nach Wahlbetrugsvorwürfen

Donald Trump hat am Sonntag ein Fernsehinterview mit NBC abrupt beendet, nachdem Moderatorin Kristen Welker ihn nach Belegen für seine Betrugsvorwürfe gegen die Gouverneurswahl in Kalifornien gefragt hatte. Das Muster kennt man: Trump behauptet, fordert Beweise heraus und verlässt den Raum.

8. Juni 2026, 10:41 Uhr 748 Wörter · 4 Min. Lesezeit

Am Sonntag saß Donald Trump vor Kristen Welker, der Moderatorin von NBC News' "Meet the Press". Das Gespräch wurde vorproduziert, auf einer Farm in Wisconsin. Gegen Ende des Interviews behauptete der US-Präsident, die Gouverneurswahl in Kalifornien sei gefälscht. Welker fragte nach Belegen. Trump antwortete: „Ich muss nur hinschauen.“ Dann schmiss er das Mikrofon auf den Tisch und verließ das Set.

Was Trump behauptete

Trump erklärte im Interview, die Wahl sei schon 2020 gefälscht worden „eine schmutzige Wahl“ und es passiere „genau jetzt wieder in Kalifornien“. Er bezog sich dabei auf die laufende Auszählung der Gouverneursvorwahl im Bundesstaat, bei der vier Tage nach der Wahl noch keine Endergebnisse vorlagen. „Sie betrügen bei der Wahl“, sagte Trump. Auf die Frage, welche Beweise er habe, antwortete er: „Alles, was ich tun muss, ist hinschauen.“

Belege für Wahlbetrug in Kalifornien existieren nicht. Die langen Auszählungszeiten im Bundesstaat sind das Ergebnis der Wahlgesetzgebung: Mehr als 80 Prozent der Kalifornier stimmen per Briefwahl ab. Die Gesetze erlauben es, Briefwahlunterlagen bis zu sieben Tagen nach dem Wahltag zu empfangen, solange sie vor dem Wahltag abgestempelt wurden. NBC selbst veröffentlichte parallel zum Interview einen Faktencheck, in dem Wahlrechtsexperten die Praxis als geregelt und transparent bewerteten.

Der zweite Streitpunkt: Der 1,8-Milliarden-Fonds

Auch ein zweites Thema eskalierte das Gespräch. Welker fragte nach dem sogenannten Anti-Weaponization Fund: einem 1,776-Milliarden-Dollar-Vergleichsfonds, den das Justizministerium im Rahmen einer Klage Trumps gegen den IRS ausgehandelt hatte. Der Fonds sollte Menschen entschädigen, die behaupten, von Bundesbehörden politisch verfolgt worden zu sein, darunter Teilnehmer des Kapitolsturms vom 6. Januar 2021.

Wenige Tage vor dem Interview hatte komm. Generalstaatsanwalt Todd Blanche das Projekt gestoppt. Ein Bundesgericht hatte den Fonds zunächst ausgesetzt, danach lehnten ihn sowohl Demokraten als auch mehrere republikanische Senatoren als Einrichtung ohne ausreichende Aufsicht ab. Trump sagte im Interview, er würde es vorziehen, wenn der Fonds zustande käme und kritisierte die Entscheidung seines eigenen Justizministeriums. Das Justizministerium, dessen Führung er selbst bestimmt, handelte ohne seine Zustimmung.

Wie das Interview endete

Trump stand auf und sagte zu Welker: „Lasst uns Schluss machen, denn ich hatte genug. Danke, meine Liebe. Viel Spaß.“ Er nahm das Mikrofon ab und warf es auf den Tisch. Dann wandte er sich nochmals um und sagte: „Eure Wahlen sind gefälscht und ihr seid gefälscht und ‚Meet the Press' ist gefälscht. Genauso wie ABC und CBS und CNN. Ihr seid einseitig, gefälschte Sender.“ Danach verließ er den Raum.

Das Interview wurde am Sonntagabend trotzdem in voller Länge ausgestrahlt. NBC zeigte den Walkout ungeschnitten.

Was dieser Vorfall zeigt

Das Muster ist nicht neu. Trump verließ 2020 mehrfach Interviews abrupt, wenn er zu belastenden Fakten befragt wurde, unter anderem mit Axios-Reporter Jonathan Swan, der ihn mit Coronatodeszahlen konfrontierte und mit CBS-Moderatorin Lesley Stahl kurz vor der Wahl. Was sich seit 2025 geändert hat: Trump ist wieder Präsident und die Institutionen, die er angreift, können ihn weniger einfach ignorieren.

Der Vorwurf der gefälschten Wahl in Kalifornien trifft diesmal nicht auf einen auslaufenden Amtsinhaber. Er trifft auf einen regierenden Präsidenten, der das Justizministerium und andere Bundesbehörden kontrolliert. Demokraten im Kongress warnten, der beständige Einsatz des Begriffs „Wahlbetrug“ ohne Belege untergrabe das Vertrauen in demokratische Wahlen systematisch. Democracy Docket, eine überparteiliche Wahlrechtsorganisation, dokumentierte, dass Trump seit 2020 in über 60 Gerichtsverfahren keine substanziellen Belege für organisierte Wahlfälschung vorlegen konnte.

Juristisch bleibt der Fonds die größere Geschichte

Die eigentliche institutionelle Auseinandersetzung beginnt nicht mit dem Walkout, sondern mit dem gestoppten Fonds. Der Kongress hatte keinem Vergleich in dieser Höhe zugestimmt. Republikanischer Senator Thom Tillis nannte den Fonds „stupid on stilts“. Die Frage, ob die Exekutive ohne Kongress Milliarden an ausgewählte Kläger auszahlen kann, geht nun zurück an die Gerichte. Trumps Anwälte haben laut Berichten angekündigt, die richterliche Aussetzung anzufechten.

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