DAX
S&P 500
NASDAQ
Dow Jones
MSCI World
Gold
Silber
Brent
BTC
Apple
Microsoft
NVIDIA
Amazon
Alphabet
Meta
Berkshire
Broadcom
Tesla
TSMC
← Zurück zur Übersicht
Good News
Wind und Solar erstmals an der Spitze: Deutschlands Energiewende-Meilenstein

Wind und Solar erstmals an der Spitze: Deutschlands Energiewende-Meilenstein

2025 haben Wind und Photovoltaik erstmals gemeinsam die Stromerzeugung in Deutschland angeführt. Laut Fraunhofer ISE überholte Solar dabei die Braunkohle zum ersten Mal überhaupt. Mit 5,7 Millionen Anlagen und 117 Gigawatt installierter Leistung hat die deutsche Solarinfrastruktur eine neue Dimension erreicht.

11. April 2026, 6:12 Uhr 545 Wörter · 3 Min. Lesezeit

Es ist ein Datum, das in der Geschichte der deutschen Energiewende steht: Im Jahr 2025 haben Wind und Photovoltaik erstmals gemeinsam mehr Strom erzeugt als jede andere Quelle. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) vermeldete Anfang 2026, dass Wind mit 132 Terawattstunden (TWh) der stärkste Nettostromerzeuger war, gefolgt von Solar mit 87 TWh. Damit überholte Photovoltaik die Braunkohle zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Stromversorgung.

Was die Zahlen bedeuten

Wind erzeugte 2025 insgesamt 132 TWh: rund 106 TWh aus Onshore-Anlagen, weitere 26 TWh aus Offshore-Parks in Nord- und Ostsee. Die Photovoltaik legte um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu und speiste rund 71 TWh ins öffentliche Netz ein. Weitere 16,9 TWh wurden direkt von den Anlagenbetreibern selbst verbraucht und tauchen in der offiziellen Nettostatistik nicht auf. Insgesamt deckten erneuerbare Energien 55,9 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland.

Zum Vergleich: 2015 lag der Anteil der Erneuerbaren bei rund 30 Prozent. In zehn Jahren hat sich der Anteil nahezu verdoppelt. Die Braunkohle, jahrzehntelang das Rückgrat der deutschen Stromversorgung, ist auf Platz drei abgerutscht.

Wie Deutschland dahin kam

Ende 2025 waren in Deutschland 5,7 Millionen Photovoltaikanlagen mit einer installierten Gesamtleistung von 117 Gigawatt in Betrieb, gemeldet bei der Bundesnetzagentur. Allein 2025 kamen 16,4 Gigawatt neue Solarleistung hinzu. Darunter waren knapp 430.000 sogenannte Steckersolaranlagen, also Balkonkraftwerke, die mittlerweile über 1,2 Millionen Haushalte betreiben. Ihr Beitrag zur Gesamtleistung ist mit 3,2 Prozent gering, ihr kulturelles Signal ist es nicht: Die Energiewende hat auch die Balkone Deutschlands erreicht.

Beim Windausbau an Land zog das Tempo ebenfalls an: 4,6 Gigawatt neue Kapazität wurden 2025 zugebaut, deutlich mehr als die 2,6 Gigawatt des Vorjahres. Die Bundesnetzagentur wertete dies als deutliches Signal, dass die Planungsbeschleunigungsgesetze der vergangenen Jahre zu greifen beginnen.

Europäischer Kontext

Deutschland ist kein Einzelfall. Fraunhofer ISE wies darauf hin, dass in der gesamten EU die Photovoltaik im Jahr 2025 erstmals die Kohlekraft bei der Stromerzeugung übertraf. Länder wie Spanien, die Niederlande und Portugal haben noch höhere Anteile erneuerbarer Energien. Der EU-weite Trend zeigt: Die Transformation des Stromsystems ist kein deutsches Experiment mehr, sondern europäische Realität.

Noch offene Baustellen

Trotz des Meilensteins bleibt die Energiewende eine Dauerbaustelle. Der fossile Anteil stagnierte 2025, statt zu sinken: Der Rückgang der Braunkohle wurde durch steigende Gaserzeugung weitgehend kompensiert. Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 auf mindestens 80 Prozent zu steigern, erfordert einen Ausbau auf 115 Gigawatt Windkraft an Land und 215 Gigawatt Photovoltaik. Beim Solar liegt Deutschland auf Kurs. Beim Wind nicht ganz. Aber erstmals seit Jahrzehnten zeigen die Kurven in dieselbe Richtung.

KI-gestützt erstellt

Weitere Artikel

Good News

Fast 10.000 Wisente: Europas größter Landsäuger kehrt zurück

Vor zehn Jahren lebten nur rund 2.500 Europäische Wisente frei in der Wildbahn, heute sind es fast 10.000. Die Rückkehr des größten Landsäugers Europas überrascht auch als Klimaschutzbeitrag.

6 Quellen 3 Min. Lesezeit
International

Drei Jahre Krieg, eine Konferenz: Berlin ringt um Hilfe für Sudans vergessene Katastrophe

Genau drei Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs im Sudan treffen sich in Berlin Vertreter aus mehr als 50 Staaten zur dritten internationalen Sudankonferenz. Fast 34 Millionen Menschen benötigen Nothilfe, der internationale Hilfsplan 2026 ist zu 84 Prozent nicht gedeckt.

8 Quellen 4 Min. Lesezeit
Wirtschaft Aktualisiert

Kein Puffer mehr: Mehr als die Hälfte der Geringverdiener hat keine Rücklagen, SCHUFA warnt vor Zahlungsausfällen

Der Ölpreisanstieg infolge der Iran-Krise trifft Millionen deutsche Haushalte ohne finanziellen Puffer. Mehr als die Hälfte der Haushalte mit einem Nettöinkommen unter 2.000 Euro hat laut SCHUFA keine Rücklagen mehr. Die Auskunftei warnt vor steigenden Zahlungsausfällen. Die 17-Cent-Mineralölsteuersenkung hilft den Verwundbarsten am wenigsten.

6 Quellen 4 Min. Lesezeit
International

Peru wählt zum neunten Mal: Fujimori vorne, Land in der Dauerkrise

Keiko Fujimori führt Perus erste Wahlrunde mit 16,6 Prozent, zum vierten Mal in Folge. Das Land wählt am 7. Juni seinen neunten Präsidenten in weniger als zehn Jahren, während Tötungsdelikte sich verdoppelt und Erpressungen versechsfacht haben.

9 Quellen 4 Min. Lesezeit
International Aktualisiert

Netanyahu kündigt Direktgespräche mit Beirut an, während die Angriffe auf 303 Tote eskalieren

Israel verkündet, erstmals direkte Verhandlungen mit der libanesischen Regierung aufnehmen zu wollen. Gleichzeitig sind bei den israelischen Angriffen seit dem 8. April bereits 303 Menschen gestorben. Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die EU fordern in einer gemeinsamen Erklärung, der Waffenstillstand mit Iran müsse den Libanon einschließen.

17 Quellen 5 Min. Lesezeit
Unterstütze uns!