US-Navy blockiert Straße von Hormus: Ölpreis steigt auf 104 Dollar
Seit dem 14. April 2026 kontrolliert die US-Marine die Straße von Hormus und stoppt alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen wollen. Der Rohölpreis WTI stieg daraufhin um 7,8 Prozent auf 104 Dollar pro Barrel, mehr als 50 Prozent über dem Vorkriegsniveau von Ende Februar. Für Autofahrer in Deutschland, die an der Zapfsäule bereits über 2,20 Euro pro Liter zahlen, könnte das der Beginn einer neuen Preisspirale sein.
Vorgeschichte: Wie die Blockade entstand
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran begann Ende Februar 2026 mit einer gemeinsamen US-israelischen Militäroperation gegen iranische Atomanlagen und Militäreinrichtungen. Die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels fließen, wurde seitdem zur zentralen Drohkulisse.
Anfang April schien eine Einigung möglich: US-Sondergesandter Steve Witkoff und Vizepräsident JD Vance reisten nach Islamabad, um mit iranischen Unterhändlern zu verhandeln. Die USA forderten einen Verzicht auf Urananreicherung für 20 Jahre als Vorbedingung für eine Normalisierung der Beziehungen. Der Iran lehnte ab. Am 12. April erklärte Vance die Gespräche für gescheitert, Trump kündigte unmittelbar danach die Seeblockade an.
Die Blockade ist keine vollständige Sperrung der Meerenge: Schiffe ohne Ziel an iranischen Häfen dürfen passieren. Nur Tanker und Frachter, die Häfen im Persischen Golf oder am Golf von Oman anlaufen wollen, die unter iranischer Kontrolle stehen, werden abgefangen und gestoppt.
Ölpreis und Marktreaktion
Der Tankerverkehr durch die Straße war laut Bloomberg bereits vor der formalen Blockade stark zurückgegangen, weil Reedereien die Durchfahrt als zu riskant bewerteten. Mit Trumps Ankündigung beschleunigten sich die Preissteigerungen: Der US-Benchmark WTI kletterte um 7,8 Prozent auf 104 Dollar pro Barrel, der globale Referenzpreis Brent stieg um 7 Prozent auf 102 Dollar. Seit Kriegsbeginn hat WTI damit mehr als 50 Prozent zugelegt, Brent rund 40 Prozent.
Analysten, die Al Jazeera zitiert, warnen vor einer weiteren Eskalation der globalen Energiekrise. Die entscheidende Frage ist, wie die vom Iran unterstützten Huthis im Jemen reagieren. Sollten sie die Meerenge Bab al-Mandeb sperren, durch die der Tankerverkehr aus dem Roten Meer in den Indischen Ozean fließt, könnte Öl auf über 150 Dollar pro Barrel steigen. Analysten bezeichnen das als die größte Ölversorgungsunterbrechung der Geschichte.
Reaktionen und Positionen
Großbritannien lehnte eine Beteiligung an der Blockade ab. In Teheran prangerte Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf drei Verstöße an, die der Iran als Provokation wertet: israelische Angriffe auf den Libanon, Drohnenüberflüge iranischen Luftraums und die Weigerung der USA, Irans Recht auf Urananreicherung anzuerkennen. Trump behauptete in einer Pressekonferenz, die iranische Marine sei "vollständig zerstört, 158 Schiffe"; diese Angabe konnte von unabhängigen Quellen bisher nicht bestätigt werden.
Iranischer Außenminister Abbas Araghchi äußerte sich bisher nicht zu möglichen neuen Verhandlungen. Die iranische Seite hat keine Bedingungen für eine Gesprächsaufnahme benannt.
Was das für Verbraucher bedeutet
Das am 13. April vom Bundestag beschlossene Entlastungspaket, das die Mineralölsteuer um 17 Cent pro Liter für zwei Monate senkt, wurde konzipiert, bevor die Blockade in Kraft trat. Ob die Steuersenkung an der Zapfsäule ankommt, hängt jetzt auch davon ab, wie weit der Ölpreis noch steigt. Wer wöchentlich 50 Liter tankt, hätte durch die Steuersenkung monatlich rund 8,50 Euro gespart. Bei weiter steigendem Rohölpreis könnte dieser Vorteil schnell aufgezehrt sein.
Neu gilt außerdem: Tankstellen dürfen Kraftstoffpreise ab dem 14. April nur noch einmal täglich um 12:00 Uhr erhöhen. Das soll verhindern, dass Preissenkungen verzögert und Erhöhungen sofort weitergegeben werden.
Ausblick
Vizepräsident Vance reist laut Weißem Haus erneut in die Region, ein konkreter Verhandlungstermin mit dem Iran steht nicht fest. Solange die Blockade aufrechterhalten wird und keine Gespräche beginnen, dürften die Ölpreise auf erhöhtem Niveau bleiben. Die nächste Eskalationsstufe wäre eine iranische Gegenreaktion gegen US-Marineeinheiten im Persischen Golf oder ein Huthiangriff auf Bab al-Mandeb.
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